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Di, 13.09.05, 19:27 h Z: X-Flare mit erdgerichtetem CME - ab Donnerstagfrüh gute PL-Chancen!
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Sonnenausbrüche schießen gewaltige Plasmawolke ins All

Plasmawolke aus der Sonne


Der X1.5-Majorflare von Dienstagabend aus Sicht des SOHO-Sonnenobservatoriums - © by NASA


Rund eine Stunde nach dem neuerlichen Ausbruch auf der Sonne hat sich die ausgestoßene, hell leuchtende Plasmawolke bereits rund 6 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Teile dieser Teilchenwolke rasen mit einer Geschwindigkeit von etwa 1.800 Kilometer pro Sekunde auch auf die Erde zu, wo sie voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag eintreffen werden!


Animation der Plasmawolke


Animation der Eruption mit Plasmawolke - © by NASA


Die Animation zeigt, wie rasend schnell sich die Teilchenwolke des CME innerhalb nur einer Stunde von der Sonne entfernt. Da die verursachende Fleckengruppe "10808" inzwischen schon nahe der Sonnenmitte angelangt ist, wird ein Teil dieses CME auch die Erde treffen, - voraussichtliche Ankunftszeit: Zweite Hälfte der Nacht zum Donnerstag.


Polarlichtbilder nicht nur aus Mitteleuropas finden Sie in der Polarlichtgalerie von www.polarlichter.com


WELTRAUMWETTERBERICHT

X-Class-Flares folgt geomagnetischer Sturm - ab Donnerstagfrüh Polarlichter möglich!

Solarer Röntgenstatus: Röntgenaktivität
Geomagnetisches Feld: Geomagnetischer Status


Stand 14.09.,15 Uhr MESZ: Darauf haben die Polarlichtfans nur gewartet: Rund eine Woche nach der Megaexplosion auf der Sonne vom letzten Mittwoch und einer ganzen Reihe weiterer, großer Plasmaeruptionen am vergangenen Wochenende hat es nun, nach 2-tägiger, relativer Ruhe erneut heftig gerummst auf der Sonne! Gleich 3 Major-Flares, erst ein Doppelschlag am frühen Dienstagabend und dann 4 Stunden später nochmal ein weiterer X-Class-Flare in der Nacht schleuderten eine gewaltige Plasmawolke in den Weltraum, von der ein Teil auch auf die Erde zurast. Die Geschwindigkeit der Teilchenwolke wurde am Abend auf etwa 1.800 Kilometer pro Sekunde geschätzt, woraus sich eine voraussichtliche Ankunft der Schockwelle auf der Erde in den Frühstunden des Donnerstag herleiten läßt.

Damit steht ein erneutes Aufleben des aktuellen, geomagnetischen Sturms zu erwarten, der bisher lediglich in den USA Montagfrüh bereits bis in mittlere Breiten sichtbare Polarlichter ausgelöst hatte. Sollte die Schockwelle des Ausbruchs nach maximal 30 Stunden eintreffen, so dürften Donnerstagfrüh auch in Mitteleuropa wieder einmal Polarlichter zu sehen sein, sofern die irdische Wetterentwicklung dies zuläßt. - Verspätet sich die Schockwelle, so stehen die Chancen für Polarlichter in der Nacht zum Freitag recht gut, genauere Prognosen lassen sich allerdings erst machen, wenn die bisherigen, geschätzten CME-Daten bestätigt werden. - Wir halten Sie auf dem Laufenden ...


Monitor der Röntgen-Ausbrüche auf der Sonne


die Röntgen-Ausbrüche der X-Class-Flares - © 2005 by n3kl.org

Dieser NOAA-Röntgen-Monitor zeigt den Verlauf der solaren Röntgenaktivität. Gut kann man den Doppelschlag zweier unmittelbar aufeinander gefolgter X-1.5-Flares am Dienstagabend sowie einen weiteren X1.7-Flare in der Nacht zum Mittwoch erkennen. - Die logarithmisch aufgebaute Skala am linken Rand gibt die Stärke der Röntgenstrahlung des Ausbruchs in Watt pro Quadratmeter an. Rechts ist die Klassifizierung durch die aufsteigende, jeweils noch in die Ziffern 1 bis 10 unterteilte Buchstabenfolge A, B, C, M und X bezeichnet. Dabei entspricht jeder Klassenwechsel dem 10-fachen Energiebetrag des vorangegangenen, ein X1-Class-Flare ist also 10 mal so stark, wie ein M1-Class-Flare. Übersteigt ein Ausbruch den X10-Betrag, so spricht man von einem Megaflare ohne dass der zugehörigen Mega-Class ein neuer Buchstaben zugeordnet wird.

Bei entsprechenden, aber erst mit ihrem Eintreten erkennbaren Parametern des Sonnenwindes (Substürme) können Polarlichter auftreten. In Zusammenhang mit den hier sichtbaren X-Class-Flares zeichnen sich recht gute Chancen für Polarlichter in den kommenden Nächten ab!

Die Aussichten: Das Erdmagnetfeld ist durch die Streifschüsse der vorangegangenen Flares bereits verformt, ein geomagnetischer Sturm ist noch in Gang. Dieser dürfte mit Eintreffen der für die Nacht zum Donnerstag erwarteten Schockwelle der jüngsten Ausbrüche rasch wieder aufleben und sodann binnen kurzer Zeit das Potenzial zu hellen Polarlichtern bis in mittlere geografische Breiten hinab entfalten.

Ob aus dieser Konstellation auch tatsächlich in Deutschland sichtbare Polarlichter hervorgehen werden, hängt allerdings noch von der genauen Ankunftszeit der Schockwelle sowie von der Orientierung des Erdmagnetfelds zum Zeitpunkt des Einschlags ab. Kommt der Einschlag zu spät, werden die potenziellen Polarlichter tagsüber stattfinden und abermals nur von den USA aus sichtbar sein. Und ist das Erdmagnetfeld ungünstig ausgerichtet, so könnte es sein, dass sich die Sichtbarkeit heller Polarlichter aufs nördliche Europa beschränkt. - Genauere Vorhersagen sind daher nur kurzfristig möglich, doch darf festgestellt werden, dass die Chancen für helle Polarlichter über Mitteleuropa in den kommenden Nächten so gut stehen, wie seit Monaten nicht mehr!

Hinweis: Dieser Weltraumwetterbericht von Jürgen Vollmer wurde am 14.09.2005, um 02:00 h MEZ verfasst. - Die Aussagen beruhen auf fundierten Amateur-Interpretationen der Lage. Eine Gewähr oder gar Haftung für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit der Informationen wird jedoch nicht übernommen. Der Planung technischer Maßnahmen sollte in jedem Fall der Datenpool offizieller Einrichtungen zur Überwachung der Sonnenaktivität zugrunde gelegt werden.

Dieser Weltraumwetterbericht wurde zuletzt am Mittwoch, den 14.09. um 02:00 Uhr aktualisiert
Updates des Weltraumwetters: bei neuen polarlichtrelevanten Erkenntnissen


Hier noch ein Tipp zur Selbstabschätzung der Polarlichtchancen:

Die genaue Entwicklung eines geomagnetischen Sturms und damit die Chancen der Sichtbarkeit von Polarlichtern läßt sich nur kurzfristig bestimmen, weil sich die konkreten Bedingungen auch während eines solchen Sturms meist von Minute zu Minute verändern. Aus diesem Grund sind Polarlichter auch immer in Bewegung und erscheinen wie kosmische Gewebe aus waberndem Licht.

Eine wichtige Hilfestellung dafür, ob gerade in demselben Moment, in dem Sie sie diese Zeilen lesen, günstige Voraussetzungen für Polarlicht bestehen, bietet die nachfolgende Grafik zum Verhalten des Sonnenwinds und des aktuellen Erdmagnetfelds:


Sonnenwind und Magnetfeld

Das Diagramm zeigt die wichtigsten Größen zur Beurteilung der aktuellen Polarlichtchancen auf einen Blick: - 1. Die Geschwindigkeit des Sonnenwinds (horizontale Achse), - 2. Die Ausrichtung des IMF (vertikale Achse) und - 3. Die Teilchendichte des Sonnenwinds (Farbskala), die auch in der Pfeilspitze angezeigt wird. - Je weiter diese nach rechts unten ins rote Feld weist, desto größer ist die Chance für Polarlicht. Das Diagramm wird alle 10 Minuten aktualisiert!

Für weitere aktuelle Informationen empfehlen wir die Polarlichtseite von naturgewalten.de und das Polarlichtforum des Arbeitskreises Meteore (AKM). Dort wird sofort gemeldet, wenn irgendwo jemand eine Beobachtung macht.



UND HIER DAS IRDISCHE WETTER


Die Wolken über Europa

Noaa-Satellitenbild Europa

Für volle Auflösung (ca. 2500 x 4500 px) bitte ins Bild oder hier klicken!
Copyright 2004 RSGB, University of Bern and NOAA

Zu sehen ist die aktuelle Wolkenverteilung über Europa in hoher Auflösung. Das Bild wird alle 2-3 Stunden aktualisiert.


WETTERLAGE für die Nacht zum Donnerstag:

Ein Tiefausläufer überquert im Lauf des Mittwochs das nördliche Deutschland und erfasst in der Nacht zum Donnerstag auch die mittleren und Donnerstagfrüh schließlich auch die südlichen Landesteile.


Das Nachtwetter für Deutschland im Bild:


Nordwesten


Nordosten

Wettersymbol

Wettersymbol

wolkig, kaum Schauer
auch Wolkenlücken
Min 13 bis 9°

wolkig, vereinzelt Schauer
später auch Wolkenlücken
Min 13 bis 10°


Westen


Mitte


Osten

Wettersymbol

Wettersymbol

Wettersymbol

meist stark bewölkt
ab und zu etwas Regen
Min 16 bis 13°

meist stark bewölkt
ab und zu etwas Regen
Min 15 bis 12°

stark bewölkt und
ab und zu etwas Regen
Min 15 bis 12°


Südwesten


Südosten

Wettersymbol

Wettersymbol

wolkig, kaum Lücken
später etwas Regen
Min 15 bis 12°

Alpennähe teils klar
sonst von N etwas Regen
Min 13 bis 10°

Nacht zum Donnerstag: Durchzug von Regenwolken, davor und dahinter örtlich Aufklarungen

Nördlich der Mittelgebirge fällt anfangs noch etwas Regen, im Lauf der Nacht lockern sich die Wolken dann vor allem in Küstennähe wieder auf, - längere Phasen mit klarem Himmel bleiben jedoch unwahrscheinlich. In den mittleren Landesteilen ist der Himmel dagegen meist wolkenverhangen und hier gibt es kaum Chancen für Wolkenlücken. Statt dessen gibt es hin und wieder ein paar Regentropfen. Im Süden Deutschlands ist es dagegen eingangs der Nacht nur locker bewölkt und die Wolken haben sogar noch ein paar Lücken. Die schließen sich allerdings im Lauf der Nacht immer mehr und in der zweiten Nachthälfte kann es dann auch zwischen Main und Donau ein paar Spritzer regnen. Nur im äußersten Süden, in Alpennähe, bestehen noch bis in die Frühstunden hinein Chancen für wenigstens ab und zu klaren oder nur leicht bewölkten Himmel.

weiterer Trend:

Das ist wohl "Murpheys Law" pur: Auch in der Nacht zum Freitag tummeln sich viele Wolken am Himmel vor allem über den zentralen Teilen Deutschlands und bringen hier weiteren Regen mit. Nur im äußersten Norden gibts Chancen für Aufklarungen und auch unmittelbar am Alpenrand können zeitweise die Sterne funkeln. - Alles in Allem miserable Aussichten für die Polarlichtfans!


Schweiz und Österreich

Unter Hochdruckeinfluss dominiert in der Nacht zum Donnerstag südlich des Alpenhauptkamms klarer oder nur leicht bewölkter Himmel. Alpennordseitig trüben dagegen einige Wolkenfelder den Blick in die Sterne und in der Nordschweiz zieht es sich nach und nach richtig zu. Die Wetterbedingungen zur Beobachtung etwaiger Polarlichter sind damit eher durchwachsen, - es ist aber ohnehin fraglich, ob etwaige Polarlichter im Alpenraum überhaupt noch gesehen werden können.


Dieser Bericht wurde am Mittwoch, den 14.09.05 um 15 Uhr ausgegeben
nächste Aktualisierung: im Falle neuer Erkenntnisse jederzeit



Tipps:

Wer klaren Himmel hat, sollte die Informationen zum Sonnenwind und damit zur potenziellen Polarlichtaktivität verfolgen. Um hierbei immer Up-To-Date zu bleiben, empfiehlt sich der gelegentliche Besuch des Polarlichtforums des AKM. Werden dort nach Materieauswürfen auf der Sonne Polarlichtbeobachtungen gemeldet, sollte man sich ein dunkles Plätzchen ohne störendes Licht suchen und den Nordhimmel im Auge behalten: Zumindest zeitweise könnte dann Polarlicht aufglimmen. Zu sehen ist mit etwas Glück eine deutliche Aufhellung des Nordhimmels, wobei meist ein rötlicher Schimmer, womöglich mit Strahlen und Beamern erkannt werden kann, der sich in Form und Intensität langsam verändert. - Für weitergehende Informationen zum Thema Polarlicht beachten sie bitte auch unsere Direktlinks zu Polarlichtseiten in der Navigationsleiste links unter "Weltraumwetter" ...


Bisherige Weltraumwetterberichte zu diesem Ereignis:

14.09.05: Polarlichtwetter vom 14.09.05, 02 h - X-Class-Flare schießt gewaltige Plasmawolke ins All
10.09.05: Polarlichtwetter vom 10.09.05, 10 h - Serie von X-Class-Flares dauert an
08.09.05: Polarlichtwetter vom 08.09.05, 10 h - X17.1-Megaflare schießt an der Erde vorbei!

***

mit freundlicher Unterstützung der meteomedia ag, Gais - CH


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