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Fr, 16.09.05, 17:00: Magnetsturm schwächt sich zwar ab - jedoch immer noch Polarlichtchancen
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Ausstehende Schockfront könnte Magnetsturm wieder verstärken

Polarlicht über Alaska am 16.01.2005


Polarlicht über Alaska am 16.01.2005 - © 2005 by NICT, Japan : http://slamon.nict.go.jp

Diese brillante Polarlichtshow über Alaska wurde am 16. Januar 2005 von der automatischen Aurora-Webcam der University of Alaska, Fairbanks, etwa 50 Kilometer nördlich von Fairbanks aufgenommen. Durch Klick ins Bild gelangen Sie zum aktuellen Polarlichtbild der Webcam. - Auf der Bilderseite des Projekts finden Sie darüberhinaus ein äußerst sehenswertes Archiv von Polarlichtaufnahmen, darunter auch hoch aufgelöste Videos der eindrucksvollsten Polarlichtnächte der vergangenen 2 Jahre!


Polarlichtbilder nicht nur aus Mitteleuropas finden Sie in der Polarlichtgalerie von www.polarlichter.com


WELTRAUMWETTERBERICHT

Auch in der Nacht zum Samstag noch Polarlichter möglich!

Solarer Röntgenstatus: Röntgenaktivität
Geomagnetisches Feld: Geomagnetischer Status


Stand 16.09.,17:00 Uhr MESZ: Nachdem dichte Regenwolken in der vergangenen Nacht alle Erwartungen eines prächtigen Himmelsschauspiels zunichte gemacht haben, bestehen für die Nacht zum Samstag aufgrund des abflauenden, geomagnetischen Sturms für Mitteleuropa nur noch geringe Polarlichtchancen. Immerhin bleibt noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, denn die Schockfront des gestrigen Sonnenausbruchs steht noch aus. Sollte diese im Lauf der kommenden Nacht eintreffen, könnten Polarlichtfans im falle einer günstigen Orientierung des Erdmagnetfelds doch noch auf ihre Kosten kommen. - Zumindest die meteorologischen Bedingungen haben sich in vielen Teilen Deutschlands inzwischen ja deutlich verbessert.


Monitor der Röntgen-Ausbrüche auf der Sonne


aktueller Monitor der solaren Röntgen-Ausbrüche - © 2005 by n3kl.org

Dieser NOAA-Röntgen-Monitor zeigt den Verlauf der solaren Röntgenaktivität der vergangenen Tage. Nach den großen X-Class-Flares von Dienstagabend sind weitere, starke Röntgenausbrüche zu erkennen. - Achtung: Diese Grafik wird ständig aktualisiert, so dass die Darstellung langsam nach links wandern und nach wenigen Tagen aus dem Sichtfeld verschwinden wird. Aber auch nach Verschwinden der Darstellung dieses Ausbruchs kann man anhand des Kurvenverlaufs dieser Grafik etwaige, weitere Strahlungsausbrüche, so genannte "Flares" erkennen, die sich als markante Ausschläge der Messdaten abbilden.

Die Skala ist übrigens logarithmisch aufgebaut und gibt die Stärke der Röntgenstrahlung in Watt pro Quadratmeter an. Rechts ist die Klassifizierung durch die aufsteigende, jeweils noch in die Ziffern 1 bis 10 unterteilte Buchstabenfolge A, B, C, M und X bezeichnet. Dabei entspricht jeder Klassenwechsel dem 10-fachen Energiebetrag des vorangegangenen, ein X1-Class-Flare ist also 10 mal so stark, wie ein M1-Class-Flare. Übersteigt ein Ausbruch den X10-Betrag, so spricht man von einem Megaflare ohne dass der zugehörigen Mega-Class ein neuer Buchstaben zugeordnet wird.

Bei entsprechenden Parametern des Sonnenwindes (Substürme) können Polarlichter bis in mittlere geografische Breiten auftreten. In Zusammenhang mit den hier sichtbaren Röntgen-Flares zeichnen sich immerhin noch passable Chancen für weitere Polarlichter ab!

Die Aussichten: Der aktuelle geomagnetische Sturm flaut allmählich ab. Allerdings steht noch die Schockfront des gestrigen X-Flares aus. Sofern diese noch vor Samstagfrüh 3 Uhr eintrifft, wird sie vermutlich einen Substurm auslösen, der im Falle einer günstigen Orientierung des interplanetaren Magnetfelds auch über Mitteleuropa sichtbare Polarlichter hervorbringen könnte. - Ist das Erdmagnetfeld dann jedoch ungünstig ausgerichtet, werden Polarlichter nur im nördlichen Europa zu sehen sein. - Genauere Vorhersagen zur Entwicklung der interplanetaren Magnetfeldbedingungen sind leider nicht möglich, so dass sich die tatsächlichen Polarlichtchancen letztendlich nur kurzfristig beurteilen lassen, - es lohnt sich daher, öfter mal vorbei zu schaun, wie sich die Konditionen entwickeln ...

Hinweis: Dieser Weltraumwetterbericht von Jürgen Vollmer wurde am 16.09.2005, um 17:00 h MEZ verfasst. - Die Aussagen beruhen auf fundierten Amateur-Interpretationen der Lage. Eine Gewähr oder gar Haftung für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit der Informationen wird jedoch nicht übernommen. Der Planung technischer Maßnahmen sollte in jedem Fall der Datenpool offizieller Einrichtungen zur Überwachung der Sonnenaktivität zugrunde gelegt werden.

Updates des Weltraumwetters: bei neuen polarlichtrelevanten Erkenntnissen


Hier noch ein Tipp zur Selbstabschätzung der Polarlichtchancen:

Die genaue Entwicklung eines geomagnetischen Sturms und damit die Chancen der Sichtbarkeit von Polarlichtern läßt sich nur kurzfristig bestimmen, weil sich die konkreten Bedingungen auch während eines solchen Sturms meist von Minute zu Minute verändern. Aus diesem Grund sind Polarlichter auch immer in Bewegung und erscheinen wie kosmische Gewebe aus waberndem Licht.

Eine wichtige Hilfestellung dafür, ob gerade in demselben Moment, in dem Sie sie diese Zeilen lesen, günstige Voraussetzungen für Polarlicht bestehen, bietet die nachfolgende Grafik zum Verhalten des Sonnenwinds und des aktuellen Erdmagnetfelds:


Sonnenwind und Magnetfeld

Das Diagramm zeigt die wichtigsten Größen zur Beurteilung der aktuellen Polarlichtchancen auf einen Blick: - 1. Die Geschwindigkeit des Sonnenwinds (horizontale Achse), - 2. Die Ausrichtung des IMF (vertikale Achse) und - 3. Die Teilchendichte des Sonnenwinds (Farbskala), die auch in der Pfeilspitze angezeigt wird. - Je weiter diese nach rechts unten ins rote Feld weist, desto größer ist die Chance für Polarlicht. Das Diagramm wird alle 10 Minuten aktualisiert!

Für weitere aktuelle Informationen empfehlen wir die Polarlichtseite von naturgewalten.de und das Polarlichtforum des Arbeitskreises Meteore (AKM). Dort wird sofort gemeldet, wenn irgendwo jemand eine Beobachtung macht.



UND HIER DAS IRDISCHE WETTER


WETTERLAGE für die Nacht zum Samstag:

Anfangs sorgt ein Tiefausläufer vor allem im südöstlichen Deutschland noch für Regen. In den anderen Gebieten lockern sich die Wolken zeitweise auf.


Das Nachtwetter für Deutschland im Bild:


Nordwesten


Nordosten

Wettersymbol

Wettersymbol

wolkig mit Aufklarungen
noch vereinzelt Schauer
Min 9 bis 5°

wolkig mit Aufklarungen
noch vereinzelt Schauer
Min 9 bis 5°


Westen


Mitte


Osten

Wettersymbol

Wettersymbol

Wettersymbol

wolkig, teils aufklarend
dann örtlich Nebelfelder
Min 9 bis 6°

wolkig mit Aufklarungen
noch vereinzelt Schauer
Min 8 bis 5°

wolkig mit Aufklarungen
noch vereinzelt Schauer
Min 10 bis 7°


Südwesten


Südosten

Wettersymbol

Wettersymbol

anfangs Regen, später
örtlich aufklarend
Min 12 bis 9°

im N Aufklarungen, sonst
bedeckt und regnerisch
Min 14 bis 9°

Nacht zum Samstag: Im Süden regnerisch, sonst wechselnd bewölkt mit Aufklarungen

Über der Südosthälfte Deutschlands tummeln sich noch viele Wolken am Himmel und hier fällt länger anhaltender und teils noch ergiebiger Regen. Im Lauf der Nacht zieht diese Regenzone langsam südostwärts weiter und legt sich in den Frühstunden gegen die Alpen. Dahinter lockern sich die Wolken von Nordwesten her auf. In den anderen Landesteilen ist es dagegen unterschiedlich bewölkt und hier muss nur noch mit einzelnen Schauern gerechnet werden. Dazwischen sind aber örtlich auch wieder längere Aufklarungen möglich.

weiterer Trend:

In Alpennähe halten sich auch in der Nacht zum Sonntag noch dichte Wolken und hier kann es anfangs auch noch etwas regnen. Im Lauf der Nacht klingt der Regen dann ab und die Wolken lockern sich allmählich auf. In den anderen Gebieten ist es nur noch leicht bewölkt und gebietsweise stellt sich sogar sternklarer Himmel ein, doch muss vor allem in Tallagen vielerorts mit Bildung von Nebelfeldern gerechnet werden!

Aber für die Folgezeit deuten sich gute Wetterbedingungen an: Im größten Teil Deutschlands stellt sich zu Wochenbeginn ruhiges und häufig sternklares Herbstwetter mit zunehmender Neigung zu morgendlichen Nebelfeldern. Nur der Norden wird zeitweise von Tiefausläufern gestreift: Hier ziehen gelegentlich Wolkenfelder durch und hin und wieder kann es etwas regnen.


Schweiz und Österreich

Der Himmel ist fast überall wolkenverhangen und es muss verbreitet mit ergiebigen Regengüssen, im Süden auch mit Gewittern gerechnet werden. In den Nordalpen sinkt die Schneefallgrenze bis Samstagfrüh allmählich bis etwa 1500 Meter ab!

Der weitere Trend: Südlich des Alpenhauptkamms bleibt es auch in der Nacht zum Sonntag trüb und regnerisch, teils auch noch mit Gewittern und Wolkenauflockerungen sind kaum zu erwarten. Im Norden reißt die Wolkendecke dagegen auf und besonders in der Nordschweiz sind auch ein paar Aufklarungen möglich ...


Dieser Bericht wurde am Freitag, den 16.09.05 um 17 Uhr ausgegeben
nächste Aktualisierung: im Falle neuer Erkenntnisse jederzeit



Tipps:

Wer klaren Himmel hat, sollte die Informationen zum Sonnenwind und damit zur potenziellen Polarlichtaktivität verfolgen. Um hierbei immer Up-To-Date zu bleiben, empfiehlt sich der gelegentliche Besuch des Polarlichtforums des AKM. Werden dort nach Materieauswürfen auf der Sonne Polarlichtbeobachtungen gemeldet, sollte man sich ein dunkles Plätzchen ohne störendes Licht suchen und den Nordhimmel im Auge behalten: Zumindest zeitweise könnte dann Polarlicht aufglimmen. Zu sehen ist mit etwas Glück eine deutliche Aufhellung des Nordhimmels, wobei meist ein rötlicher Schimmer, womöglich mit Strahlen und Beamern erkannt werden kann, der sich in Form und Intensität langsam verändert. - Für weitergehende Informationen zum Thema Polarlicht beachten sie bitte auch unsere Direktlinks zu Polarlichtseiten in der Navigationsleiste links unter "Weltraumwetter" ...


Bisherige Weltraumwetterberichte zu diesem Ereignis:

16.09.05: Polarlichtwetter 16.09.05, 17 h - Magnetsturm schwächelt - aber immer noch PL-Chancen
15.09.05: Polarlichtwetter 15.09.05, 16 h - Polarlichtchancen meist nur über Regenwolken
14.09.05: Polarlichtwetter 14.09.05, 02 h - X-Class-Flare schießt gewaltige Plasmawolke ins All
10.09.05: Polarlichtwetter 10.09.05, 10 h - Serie von X-Class-Flares dauert an
08.09.05: Polarlichtwetter 08.09.05, 10 h - X17.1-Megaflare schießt an der Erde vorbei!

***

mit freundlicher Unterstützung der meteomedia ag, Gais - CH


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