Erde-Logo
Platzhalter astrowetter.com
Die Sonnenfinsternis vom 11.08.1999
Unser Rückblick auf ein Mega-Event
Platzhalter


Animation Wetter & Kosmos
Platzhalter
Platzhalter
Platzhalter

Astrowetter Partner

Platzhalter
Surftipp Astrowetter Blog
Platzhalter
Surftipp Astromeeting
Surftipp Eclipse-Reisen
Mofi-Live
Platzhalter
Wissen belebt Horizonte
Google
Web astrowetter.com
Platzhalter
Das Astro-Event: Am 11.08.99 fand eine über Süddeutschland totale Sonnenfinsternis statt
Platzhalter

Eclipse: Der Tag der Schwarzen Sonne


Animation Sonnenfinsternis
© Animation: André Knöfel, Lindenberg


von Jürgen Vollmer und Udo Wittekindt, Volkssternwarte Marburg e.V.

Am Mittwoch, dem 11. August 1999 fand in Süddeutschland zur Mittagszeit eine totale Sonnenfinsternis statt. Die letzte in Deutschland sichtbare totale Sonnenfinsternis war mehr als 100 Jahre vorher, am 19.8.1887, zu sehen und die nächste am 3.9. 2081 wird voraussichtlich kein Leser dieser Zeilen mehr erleben.

Totale Sonnenfinsternisse unterscheiden sich von den häufiger beobachtbaren partiellen oder teilweisen dadurch, daß es fast nachtdunkel wird, helle Sterne und Planeten am Himmel zu sehen sind, Besonderheiten der Sonne sichtbar werden, die meisten Menschen emotional stark berührt werden und die Temperatur merklich sinkt.

Der Mond hat an diesem wolkenreichen und kühlen Sommertag für die kurze Zeit von max. etwas mehr als 2 Minuten auf einem Streifen von 110 km Breite die Sonne vollständig verdeckt. Dieser schmale, vom Saarland über Stuttgart und München hinweg übers Chiemgau nach Österreich verlaufende Streifen lag im sogenannten Kernschatten und daran schloss sich beiderseits ein mehrere 1000 km breites Gebiet des Halbschattens mit teilweiser Verfinsterung an, in dem es jedoch nicht dunkel wurde und daher viele, der ganz besonderen Phänomene einer totalen Sonnenfinsternis verborgen blieben.

Die Abbildung zeigt den Verlauf der damaligen Finsternis. Die Sonnenhöhe betrug ca. 55° über dem Horizont.


Karte mit Darstellung des Totatlitätskorridors in Süddeutschland

Karte des Totatlitätskorridors in Süddeutschland


Für 4 Städte hier die Kontaktzeiten in mitteleuropäischer Sommerzeit:

Kontakt Saarbrücken Stuttgart Augsburg München
1. Anfang der p.Finsternis 11:10 11:13 11:15 11:16
2. Beginn der Totalität 12:29:18 12:32:55 12:35:53 12:37:12
3. Ende der Totalität 12:31:27 12:35:12 12:38:10 12:39:20
4. Ende der partiellen Finsternis 13:53 13:57 14:00 14:01

Zwischenzeiten für andere Orte können leicht abgeschätzt werden. Nicht nur im Zentralbereich mit max. 2 Min. und 17 Sek. Totalitätsdauer, sondern auch noch 25 km nördlich und südlich dieser Linie war die Sonne immer noch 2 Minuten lang verfinstert. Erst bei einem noch größerem Abstand zur Zentrallinie nahm die Dauer der Totalverfinsterung rasch ab.

Was konnte man sehen?

Kurz vor Beginn der totalen Phase der Finsternis konnten rasch dahinhuschende Licht- und Schatteneffekte, sogenannte "fliegende Schatten" (bedingt durch Luftschlieren, also Dichteunterschiede in der Luft) am Erdboden wahrgenommen werden. Unmittelbar darauf raste der Mondschatten aus westlicher Richtung heran. Er bewegte sich dabei mit fast 3-facher Schallgeschwindigkeit auf die glücklichen Beobachter zu, die zur rechten Zeit eine größere Wolkenlücke gefunden hatten. Beim Eintritt und am Ende der totalen Phase konnte für kurze Zeit beobachtet werden, wie Sonnenlicht am Mondrand durch ein Mondtal auf die Erde fiel und wie ein Diamant auf dem Ring der Chromosphäre, der rötlichen oberen Schicht der Sonne, aufleuchtete. Gelangen einzelne Sonnenstrahlen durch mehrere Täler, so wirken sie wie glänzende Perlen an einer Kette.

Während der Totalität wurde der weiße Lichtkranz der viele Millionen Grad heißen Korona rund um die verfinsterte Sonne herum sichtbar und zauberte ein magisches Licht an den verdunkelten Mittagshimmel. Hellere Sterne sowie die in Sonnenähe stehenden Planeten Venus und Merkur wurden sichtbar, aber während der Himmel unter der Zentrallinie kurzzeitig nahezu nachtdunkel war, schimmerten ferne Wolken aus Horizontnähe noch im Sonnenlicht in die Schattenzone hinein und verstärkten so die ohnehin schon sehr unwirkliche Stimmung. - Auch Pflanzen und Tiere reagierten auf die ungewöhnliche Nacht mitten am Tag: Blüten schlossen ihre Kelche und die Vögel verstummten. Der durch den Temperaturrückgang bei Sonnenfinsternissen häufig auftretende, sogenannte "Finsterniswind" blieb indessen aus bzw. war kaum wahrnehmbar, denn wegen des vorwiegend bewölkten Wetters konnten sich auch in den wenigen Aufklarungsgebieten keine nennenswerten, thermischen Vorgänge ausbilden.

Finsternisbrillen waren ausverkauft

Dafür konnte man, wo die Wolken Lücken zeigten, während der teilweisen Verfinsterung mit geeignetem Lichtschutz bereits im Feldstecher Sonnenflecken erkennen und während der Totalitätsphase wurden sogar für das bloße Auge hellrote Flammenzungen am Sonnenrand, so genannte "Protuberanzen" sichtbar. Während der fast 3-stündigen teilweisen Verfinsterung konnte man dagegen ausschließlich mit stark lichtdämpfenden Hilfsmitteln direkt in die Sonne blicken. Denn völlig egal ob mit bloßem Auge, durch eine Sonnenbrille oder gar durch ein Fernglas: Selbst wenn nur 1 % der Sonnenscheibe sichtbar ist, kann es ohne geeignete Schutzfilter bereits zu nicht mehr heilbaren Netzhautschäden bis hin zur Erblindung kommen. Aus diesem Grunde waren die in einer Auflage von mehreren Millionen angefertigten Sonnen-Finsternisbrillen rasch vergriffen und mancher Beobachter musste sich mit Silberfolie oder anderen Provisoria behelfen. - Ironie des Schicksals: Viele Finsternis-Touristen hatten zwar eine vorbildliche Schutz-Ausrüstung bei sich, bekamen von der Sonnenfinsternis aber dennoch nichts zu sehen, weil Petrus im letzten Moment ausgerechnet an ihrem Beobachtungsort dicke Wolken oder gar Regenschauer über die himmlische Bühne geschoben hatte.


Verschiedene Abbildungen zur Sonnenfinsternis

1. Zentrallinie der Finsternis

Kartengrafik zum Finsternisverlauf auf der Nordhalbkugel der Erde mit Zentrallinienverlauf


2. Wahrscheinlichkeit der Sichtbarkeit entlang der Zentrallinie

Wahrscheinlichkeitskurve der Sichtbarkeit des Totalereignisses unter Berücksichtigung der klimatisch mittleren Bewölkungsverhältnisse


3. Was war am Himmel zu sehen während der Finsternis

Sternenhimmel-Hintergrundgrafik zum Finsterniszeitpunkt über Deutschland

Animation Sonnenfinsternis
© Animation: André Knöfel, Lindenberg


Bilder zur Wanderung des Mondschattens über die Erde finden sie auf unserer Extraseite:
Der Schatten des Mondes...


Bilder aus der Zone der totalen Verfinsterung finden sie unter: Im Schatten des Mondes ...


| zurück zur Startseite | zum Seitenanfang |

  |  © 2001 - 2017 astrowetter - Juergen Vollmer, Marburg  |  Mail  |  Disclaimer  |  Impressum  |  

Surftipps
Platzhalter
Platzhalter
Surftipp Wetterradio.de
Platzhalter
Surftipp eclipse-reisen.de
Platzhalter
Platzhalter
Surftipp Wettereule
Platzhalter
Platzhalter
Surftipp die-tiefsee.de
Platzhalter
logo astrowetter.com
www.hyaden.de - Raumfahrt und Astronomie für Kinder Platzhalter astronomie.de - das Portal für Sternfreunde im Internet Platzhalter Hubble - Bilder des Weltraumteleskops
seti.de - gemeinsame Suche nach Signalen aus dem All