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EBBE & FLUT - WETTER & MOND
Die Magie der Gezeitenkräfte zwischen Erde und Mond
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Erdaufgang über dem Mond

aus: "Die neun Planeten"


Vom Einfluss des Mondes auf unser Wetter

"Erdaufgang" über dem Mond: So sah die Besatzung des Raumschiffs "Apollo 8" vor beinahe 4 Jahrzehnten unseren blauen Heimatplaneten über der hitzedurchglühten Felswüste des Mondes aufgehen. - Trotz der großen Entfernung voneinander hebt die zwischen beiden Himmelskörpern wirkende, gegenseitige Anziehungskraft das Wasser unserer Weltmeere um etwa einen Meter an. Analog hierzu entsteht auf der mondabgewandten Seite, der "Rückseite" der Erde, ein weiterer Flutberg. Dort sind es allerdings nicht die Anziehungskräfte, sondern die Fliehkräfte des Systems, die die Wassermassen nach außen treiben, genau so wie die Fliehkräfte in einem Kirmeskarusell. Das Ergebnis: Es existieren immer 2 Flutberge auf sich jeweils gegenüberliegenden Seiten der Erde, während der Meeresspiegel zwischen diesen beiden Flutbergen, an den Flanken unseres Mutterplaneten, regelrecht "eingedellt" wird. Ursache dieser als "Ebbe" bezeichneten "Dellen": Von hier werden die zur Erzeugung der beiden Flutberge benötigten Wassermassen abgezogen ...

Jeder Küstenbewohner kennt das Phänomen "Ebbe und Flut", jenen stetigen Wechsel von niedrigen und hohen Wasserständen des Meeresspiegels, der an allen Stränden, Häfen und Buchten wahrnehmbar ist und den man auch als "Gezeiten" bezeichnet. Verantwortlich für die ebenso eindrucksvollen, wie auch alltäglichen Schwankungen des Meeresspiegels sind die Gravitationskräfte zwischen Erde und Mond. Die gegenseitige Anziehungskraft dieser Himmelskörper sorgt dafür, das sich auf der dem Mond zugewandten sowie auf der ihm gegenüberliegenden Erdseite jeweils gigantische Wassermassen auftürmen und zwischen beiden "Flutbergen" zwei ebenso gewaltige "Täler" entstehen. - Sowohl die Flutberge, als auch die dazwischenliegenden Täler, folgen der Stellung des Mondes über der Erde und wandern daher ebenso fortlaufend rund um unseren Globus, wie dies auch der Mond tut.

Besonders mächtig werden diese Wasserberge zu Zeiten des Vollmonds oder des Neumonds, weil dann Sonne, Erde und Mond auf einer Line liegen, so dass die Anziehungskraft der Sonne diejenige zwischen Erde und Mond noch zusätzlich verstärkt. - Nun könnte man meinen: Wenn denn die Anziehungskraft des Mondes tatsächlich so riesige Wassermassen in den Weltmeeren zu Flutbergen aufzutürmen vermag, daß dadurch Ebbe und Flut entstehen, dann müßte sie doch umso stärker auch auf die viel leichtere Lufthülle unserer Erde einwirken und auch dort Luftberge- und Täler hervorrufen, die dann genau wie das Wasser der Weltmeere den Erdball umwandern und auf diese Weise maßgeblichen Einfluß auf unser Wettergeschehen nehmen könnten. - Solche Überlegungen klingen bestechend, zumal man von den Meteorologen doch immer wieder hört, daß z.B. der berühmte Vollmond an Wetterwechseln schon deshalb nicht beteiligt sein kann, weil sich das Wetter dann ja an allen Orten der Erde stets gleichzeitig ändern müßte, denn Vollmond ist nunmal rund um die Erde immer am gleichen Tage, beziehungsweise in der gleichen Nacht.

Des Rätsels Lösung ist im Grunde sehr einfach: - Die Massenanziehungskraft zwischen Erde und Mond wirkt tatsächlich auch auf die freie Atmosphäre, ja sogar auf die feste Erdkruste ein und verursacht auch dort Ebbe und Flut. - Während der Meeresspiegel auf offener See dabei um gut einen Meter schwankt, hebt und senkt sich der feste Boden unter unseren Füßen zweimal täglich immerhin um noch etwa 30 Zentimeter! - Hiervon bemerken wir allerdings nichts, denn diese Bewegung spielt sich natürlich nicht ruckartig, sondern ausschließlich „weich“ und völlig kontinuierlich ab.

In der weitaus "leichteren" und damit auch erheblich masseärmeren Lufthülle unseres Planeten schrumpft dieser "Gezeitenunterschied" dagegen auf eine kaum noch meßbare Größenordnung. Denn Luft besitzt eine rund 800 mal kleinere Masse als Wasser, so daß den Gezeitenkräften in der freien Atmosphäre auch nur eine entsprechend geringere "Angriffsmasse" zur Verfügung steht. - Die vom atmosphärischen "Flutberg" verursachte Schwankung des Luftdrucks bleibt daher etwa 100 mal schwächer, als etwa diejenige, die an einem schönen Sommertag von sich im Tagesgang erwärmender und wieder abkühlender Luft hervorgerufen wird.

Sogar dann, wenn wie in der Nähe von Tiefdruckgebieten für diese Kräfte reichlich "Wolkenwasser" vorhanden ist, reicht die einwirkende, minimale Gezeitenkraft einfach nicht aus, um Wolken, Schnee- oder Regenfälle merklich zu verstärken oder zu hemmen und auch die Windströmungen, welchen die Wolkensysteme ja zwangsläufig folgen, können von diesen kaum wahrnehmbaren Vorgängen auch nicht um den Hauch eines Winkelgrads abgelenkt oder gar umgeleitet werden. Bleiben die Windströmungen und die Ausprägungen von Wolkenpaketen jedoch unberührt, so laufen auch die zugehörigen Wetterprozesse ungestört weiter, genau so, wie sie auch ohne die Einwirkung der Gravitationskräfte ablaufen würden.

Im Ergebnis dieser Betrachtungen gilt auf unsere "Hat-der-Mond-nun-einen-Einfluss-aufs-Wetter?"-Frage also ein klares NEIN: Ein spürbarer Einfluß des Mondes auf unser Wetter bleibt sicher weit hinter demjenigen zurück, den unser leuchtender Nachtwächter mitunter auf die menschliche Fantasie auszuüben vermag...

Kurioserweise muss in dieser Frage allerdings auch ein deutliches JA eingeräumt werden: Ohne den Mond wäre die Evolution des Lebens auf unserer Erde völlig anders verlaufen, denn beide Himmelskörper, sowohl die Erde, als auch der Mond, stabilisieren sich gegenseitig durch ihre vereinten Gravitationskräfte und nur deshalb befinden sich die uns allen so vertraute Tageslänge sowie der Ablauf unserer Jahreszeiten im so lieb gewonnenen Gleichfluss.

Ohne die bremsende Wirkung der Mondanziehungskraft würde sich die Erde nach Berechnungen von Astronomen nämlich rund vier mal schneller drehen, als jetzt, und ein Erdentag würde dann statt 24 nur etwa 6 Stunden dauern. Außerdem würde die Achse unseres Mutterplaneten dann vermutlich eine unausweichliche Torkelbewegung vollführen und all' dies hätte sehr einschneidende Auswirkungen auf die Entwicklung des irdischen Klimas gehabt! - Und so gilt letztlich halt doch noch: Ja, - auch dem Mond verdankt unsere Erde ihr so lebensfreundliches Klima, auch wenn er an ganz banalen Wechseln aus Petrus' täglichem Wetterprogramm definitiv unbeteiligt ist. - Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens haben eben fast immer mindestens zwei Seiten ...


Erde und Mond im All

© by NASA/JPL

Das segensreiche "Doppel" Erde und Mond: Ohne die stabilisierende Wirkung der wechselseitigen Anziehungskräfte wären auf der Erde nicht nur Ebbe und Flut unbekannt, sondern die Erdachse würde wie ein instabiler Kreisel durchs Weltall taumeln, - ein Szenario, bei dem sich auch die so segensreiche Klimastabilität unseres Planeten vermutlich niemals hätte entfalten können.


Jürgen Vollmer



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