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Merkur

© by NASA/JPL

Dieses Bild des Planeten Merkur wurde 1974 von der amerikanischen Raumsonde Mariner 10 aufgenommen, der bisher einzigen Raumsonde, die den sonnendurchglühten Planeten besucht hat.


Planet ohne Jahreszeiten:
Höllenglut und eisiger Frost

Kein anderer Planet des inneren Sonnensystems ist so wenig erforscht, wie der Merkur. Obwohl sich der zweitkleinste aller Planeten der Erde unter günstigsten Bedingungen bis auf etwa 80 Millionen Kilometer und damit bis auf etwa die Hälfte der Entfernung zwischen Erde und Sonne annähern kann, entzieht er sich wegen seiner ständigen Sonnenähe den Blicken der meisten Fernrohre, darunter auch demjenigen des Weltraumteleskops "Hubble". Dennoch gelang es bereits vor 30 Jahren beim mehrfachen Vorbeiflug der Raumsonde Mariner 10 einige wichtige Informationen über den Planeten zu sammeln.

Sonne erscheint dreimal größer, als von der Erde aus

So zeigen die Mariner-Fotos einen von Meteoriteneinschlägen stark zernarbten und verkraterten, mondähnlichen Planeten ohne wahrnehmbare Atmosphäre, - eine bizarre Felslandschaft unter den glühenden Strahlen einer etwa dreimal größer als auf der Erde erscheinenden Sonnescheibe. Dementsprechend extrem sind auch die Temperaturen auf Merkur: Während des Tages können sie auf bis zu 430° Celsius ansteigen, ein Wert, bei dem verschiedene Metalle bereits schmelzen würden...

Planeten

© by Stefan Seip


Merkur am 7. Mai 2003 bei einem so genannten "Transit" oder auch Durchgang vor der Sonne. Schön kann man auf dieser Aufnahme den gewaltigen Größenunterschied zwischen Sonne und Merkur erkennen, wobei der ja doppelt so nahe Merkur immer noch wesentlich größer erscheint, als er dies täte, wäre er gleich weit entfernt wie die Sonne...


Andererseits sinken die Temperaturen auf der Nachtseite des Planeten auf extreme Minuswerte ab: Mit bis zu 180 Grad unter Null herrscht dann strenger Frost, weil eine wärmespeichernde Atmosphäre fehlt und so die tagsüber empfangene Wärme völlig ungehindert wieder ins Weltall abgestrahlt werden kann. - Damit beträgt der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht über 600 Grad C und macht Merkur zu dem Planeten mit den extremsten Temperaturgegensätzen des ganzen Sonnensystems.


"Wetter" spielt sich nur an der Oberfläche des Planeten ab

Allerdings spielen sich diese extremen Temperaturgegensätze gerade wegen des Fehlens einer aufheizbaren oder abkühlungsfähigen Atmosphäre nahezu ausschließlich an der Oberfläche des Planeten ab. Das bedeutet, dass sich der felsige Boden des Merkur tagsüber unter den sengenden Sonnenstrahlen enorm schnell erhitzt und nachts ebenso schnell wieder auf eisige Frostgrade auskühlt. Im Raum über der Planetenoberfläche ist Temperatur dagegen praktisch nicht messbar, weil die wenigen Atome, die vom hochenergetischen Sonnenwind buchstäblich aus der Oberfläche des Planeten heraus geschlagen werden, so schnell in den Weltraum entweichen, dass es dabei noch nicht einmal zur Kollision auch nur zweier Teilchen kommt. Demnach kann man bei diesen flüchtigen Teilchen auch nicht von einer Atmosphäre sprechen. - Gleichwohl herrschen über Merkurs Oberfläche tagsüber extreme Strahlungsverhältnisse, denn ein Großteil der einfallenden, harten Sonnenstrahlung wird von der Oberfläche des Planeten direkt reflektiert.


Planeten

© by NASA/JPL


Auch dieses Bild stammt aus der Mission von Mariner 10, ist also 30 Jahre alt. Es handelt sich um eine aus zahlreichen Einzelbildern zusammengesetzte Aufnahme, wodurch sich die etwas "eckig" wirkenden Helligkeitsunterschiede in Teilen des Bildes ergeben.


Das Fehlen einer Atmosphäre hat zur Folge, dass es auf Merkur, genauso wie auch auf unserem Mond eigentlich gar kein "Wetter" gibt. Wo keine Luft bzw. wo keine Gashülle existiert, kann es auch keinen Wind und erst recht keine Wolken geben. Der extreme Wechsel zwischen infernalischer Höllenglut und tiefem Frost findet nur an der Merkuroberfläche statt und wirkt von da aus noch ein paar Meter tief in den Boden hinein. - Das ist alles, was Merkur an meteorologischen Faktoren zu bieten hat und dies Wenige ist ebenso genau voraus berechenbar, wie der Lauf des Planeten um die Sonne.


Planeten

© by NASA/JPL


In der Nähe der Pole des Merkur fällt die glühheiße Sonnenstrahlung so flach ein, dass sie das Innere zahlreicher Krater nie erreicht. Dort bleibt die Oberfläche daher auch tagsüber bitterkalt im strengen Frostbereich. In solchen Enklaven wird aufgrund von Radarvermessungen gefrorenes Wassereis vermutet, das wahrscheinlich bei den Einschlägen von Meteoriten oder Kollisionen mit anderen kleineren Himmelskörpern dereinst frei gesetzt worden ist.


Jahreszeiten gibt es nicht - ein Merkurtag dauert 116 Erdentage

Eine weitere Besonderheit hat Merkur noch zu bieten: Wegen seiner großen Nähe zur Sonne, umläuft er diese einmal in 88 Tagen, d.h. ein Merkurjahr dauert nur 88 Erdentage. Weil der Planet aber andererseits für eine Umdrehung um sich selbst 58 Erdentage benötigt, in dieser Zeit aber bereits 2/3 eines Merkurjahres vergangen sind und sich beide Bewegungen somit überlagern, verlängert sich die Dauer eines Merkur-Sonnentages an jedem beliebigen Punkt in der Äquatorebene des Planeten auf etwa 116 Erdentage und ebenso lange währt die sich dann anschließende Nacht in Dunkelheit und Kälte.

Wegen der stark elliptischen Bahn des Planeten um die Sonne nimmt deren scheinbare Größe im Laufe eines Merkur-Sonnentages während der halbjährigen Annäherung an die Sonne deutlich zu, um dann am Nachmittag des Sonnentages, also im zweiten Halbjahr des zugehörigen Merkurjahres, wegen der nun wieder wachsenden Entfernung von der Sonne langsam wieder zu schrumpfen. Der Abstand von Merkur zur Sonne schwankt während eines Umlaufs zwischen etwa 45 und 70 Millionen Kilometern, so dass die scheinbare Größe der Sonnenscheibe während eines Merkurjahres schon sehr deutlich wächst bzw. wieder abnimmt. - So kommt es, dass es auf Merkur auch keine Jahreszeiten gibt, denn die jahreszeitlichen Schwankungen der solaren Strahlungsintensität finden ja sämtlichst innerhalb eines einzigen, freilich extrem langen Merkurtages statt ...


Planeten

© by NASA/JPL


Mariner 10 konnte während seiner Vorbeiflüge an Merkur nur gerade mal 45 Prozent der Planetenoberfläche kartografieren, dann versagten die empfindlichen Instrumente der Sonde unter dem Dauer-Beschuss der extrem harten Sonnenstrahlung. - Im Jahre 2007 soll Merkur allerdings erneut Besuch von einer Raumsonde erhalten, die dann sogar auf eine Umlaufbahn um den Planeten einschwenken und ihm nach und nach auch die letzten Geheimnisse entreißen soll.


Im Ergebnis unserer virtuellen Reise zum Merkur bleibt also festzuhalten, dass es auf diesem Planeten weder Wetter, noch Jahreszeiten gibt. Dennoch ist Merkur der Ort mit den extremsten Temperaturschwankungen innerhalb unseres Sonnensystems, eine lebensfeindliche Felswüste mit alltäglicher Höllenglut dicht vor dem Feuer der Sonne ...



Bereits erschienene oder noch folgende Seiten unseres Planetenwetters:

Glutofen Merkur - Felswüste am Feuer der Sonne
Schmelztiegel Venus - Treibhaus unter bleischweren Säurewolken
Wasserwelt Erde - Lebensraum zwischen Eiszeit und Treibhaus
Staubwüste Mars - Globale Sandstürme und ewiges Eis unter Staub
Gasriese Jupiter - Sturminferno tobender Wolkenmassen
Ringwunder Saturn - Urzeitlicher Sonnennebel über felsigem Kern
Winterplanet Uranus - 42 Jahre Winter am Stück
Orkanhölle Neptun - Sturmkönig des Sonnensystems
Dämmerwelt Pluto - Eiswüste am Rande des Lichts

Saturnmond Titan - Landschaften mit Flüssen und Seen aus Ethan - (seit 14.01.05)
Kupier-Objekt UB313: - Zehnter Planet am Rande des Sonnensystems? - (seit 31.07.05)

Die nächste dieser Seiten, "Schmelztiegel Venus", ist in Vorbereitung und in unregelmäßigen Abständen folgen nach und nach auch die Wetterseiten der anderen Planeten unseres Sonnensystems, - es lohnt sich also, immer wieder mal rein zu schaun'.

Weitere vertiefende Informationen zu den Planeten unseres Sonnensystems finden Sie in der excellenten Planetenenzyklopädie "Die neun Planeten"


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