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DIE STERNE IM NOVEMBER 2009
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Die Sterne im November

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© by Winfried Kräling


Jupiter weist den Weg zu den Glückssternen im Wassermann

von Winfried Kräling Volkssternwarte Marburg e.V.

Der triste November – lautet oft die gängige Meinung über diesen Herbstmonat. Für den schlechten Ruf dieses Monats sorgen häufig Nebel, Nässe und Kälte. Doch hat Novemberwetter deutlich mehr zu bieten: Das Spektrum reicht von den letzten warmen Tagen mit Temperaturen bis fast 20°C bis hin zu Wintereinbrüchen mit klaren Nächten und strengem Frost. Besonders nach dem Durchzug einer Kaltfront kann es zu sehr klaren Nächten kommen in denen man hervorragend Sterne beobachten kann.

Venus, die zur Zeit als Morgenstern zu sehen ist, gibt im November ihre Abschiedvorstellung und taucht erst im Februar 2010 wieder am Abendhimmel auf. Der rote Planet Mars nähert sich der Erde und zeigt im November wieder erste Oberflächendetails im Fernrohr, wie etwa seine Polkappe. Vom 1. bis zum 3. November steht er am Rande des Sternhaufens M44, der auch als Krippe oder Bienenstock bekannt ist. An dunklen Standorten lässt sich diese Konjunktion nach Mitternacht mit dem bloßen Auge, besser jedoch mit einem Fernglas, beobachten.

Der Star am Abendhimmel ist unumstritten der Planet Jupiter, als hellstes Gestirn der ersten Nachthälfte. Er erscheint im Teleskop deutlich größer als alle anderen Planeten. Durch das Wechselspiel seiner Monde und der sich rasch veränderten Atmosphäre zeigt der Gasriese Abend für Abend ein anderes Bild. Zuweilen kommt es auch vor, dass einer der vier hellen Jupitermonde vor dem Planeten vorbeizieht, hinter Jupiter verschwindet oder in dessen Schatten gerät und unsichtbar wird.

Einsatz2-November

Die Computergrafik zeigt das scheinbare Größenverhältnis der Planeten zueinander, so wie sie im November im Fernrohr erscheinen. Die Abbildung des Planeten Jupiter zeigt die Finsternisszenerie, die am Abend des 6. Nobember beobachtet werden kann.

Am Abend des 6. November zur besten Beobachtungszeit bietet Jupiter ein echtes Highlight: auf Jupiter ist eine doppelte Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Schatten der Monde Io und Ganymed fallen gleichzeitig auf die Planetenatmosphäre und sind von 20 bis etwa 22 Uhr als schwarze Punkte zu erkennen, falls keine Wolken den Blick zum Himmel versperren. Auch Saturn ist am Morgenhimmel wieder ein auffallendes Objekt und selbst in einem kleinen Teleskop ist das Schmuckstück Saturns - der schmale Ring - sichtbar.

Die Sternkarte zeigt, dass die Herbststernbilder zunehmend den Himmel dominieren. Neben auffälligen Konstellationen wie Kassiopeia, Andromeda und Pegasus sieht man auch Sternbilder, die aus lichtschwächeren Sternen geformt werden, wie Fische, Steinbock und Wassermann. Der unübersehbare Jupiter kann leicht als Wegweiser für weniger auffällige Sternbilder dienen. Gerade das Sternbild Wassermann – lateinisch Aquarius (Abkürzung =AQR) genannt, dass schon den alten Babyloniern bekannt war, enthält eine Anzahl lohnender Beobachtungsobjekte.

Der Stern Alpha AQR trägt auch den Namen Sadalmelik , was in der arabischen Sprache "Glücksstern des Königs" bedeutet. Sein Durchmesser übertrifft den unserer Sonne um das 80-fache und seine Leuchtkraft sogar um das 6000-fache. Beta AQR wird auch Sadalsuud genannt, was "Glück des Glückes" oder der "Glücklichste unter den Glückssternen" bedeutet. Sadalsuud ist etwa 610 Lichtjahre von der Erde entfernt. Auch der 158 Lichtjahre entfernte Gamma AQR zählt zu den Glückssternen im Wassermann, sein Name Sadachbia bedeutet "Glücksstern der Zelte".

Einsatz-November

Die Computergrafik zeigt das Sternbild Wassermann und die in seinem Bereich aufzufindenden Sternhaufen und planetarischen Nebel, so genannte "Deep-Sky-Objekte", die im folgenden noch erläutert werden.

Neben diesen "Glückssternen" findet man im Wassermann auch einige bekannte Deep Sky-Objekte. Schon in einem Fernglas erkennt man den Kugelsternhaufen M2 oberhalb einer Linie von Sadalmelik und Sadalsuud. In der Nähe des Sternes Albali stehen zwei weitere, lichtschwächerer Kugelsternhaufen mit den Bezeichnungen M72 und M73. Wer unter M73 einen strahlenden Sternhaufen erwartet, wird enttäuscht sein. Der Astronom Messier sah hier im 18. Jahrhundert eine kleine Sterngruppe, die in seinem recht schwachen Teleskop etwas verschwommen aussah.

Lohnenswerter ist der Anblick des Planetarischen Nebels NGC 7009 in einem Teleskop, der wegen seines Aussehens auch Saturnnebel genannt wird. Rechts unterhalb des Sternes Skat steht ein weiterer Planetarischer Nebel, der im New General Catalogue (NGC) unter der Nummer 7923 verzeichnet ist. Sternfreunde kennen in jedoch besser unter dem Namen Helixnebel. NGC 7923 ist ca. 650 Lichtjahre von der Erde entfernt und damit der nächste uns bekannte Planetarische Nebel.

Entsprechend groß ist auch seine Ausdehnung am Sternenhimmel. Seine Fläche umfasst immerhin etwa ein Viertel der scheinbaren Größe des Vollmondes, allerdings ist seine Flächenhelligkeit sehr gering. Dadurch ist der Helixnebel nur von sehr dunklen Standorten sichtbar, dort aber bereits in einem lichtstarken Fernglas. Liebhaber von Doppelsternen sollten einmal mit einem Teleskop auf den Doppelstern Zeta AQR werfen. Dieses System besteht aus zwei etwa gleich hellen Sternen, die sich in einem Zeitraum von 760 Jahren umkreise.


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