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DIE STERNE IM DEZEMBER 2009
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Sternschnuppen des Monats: Die Geminiden vom 7.-17.1., Max.: 13. mit bis zu 120 /Std., Ausstrahlregion: Sternbild Zwillinge
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Die Sterne im Dezember

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© by Winfried Kräling


Sternschnuppen und Mondfinsternis

von Winfried Kräling Volkssternwarte Marburg e.V.

Ende Dezember hat die Sonne ihren Tiefststand erreicht. Am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, steht sie etwa 8 Stunden über und 16 Stunden unter dem Horizont. Ab diesem Datum werden die Tage allmählich wieder länger. Die langen Nächte eignen sich hervorragend zur Beobachtung des Sternenhimmels.

Schon in der Dämmerung findet man in südlicher Richtung den strahlenden Planeten Jupiter. Man sollte die frühen Abendstunden nutzen, um Jupiter noch mit einem Teleskop zu betrachten, da er rasch immer tiefer zum südwestlichen Horizont sinkt und dort schon weit vor Mitternacht untergeht. Wenn Jupiter die Himmelsbühne verlässt, beginnt der rote Planet Mars dort zu erscheinen. Aufmerksame Beobachter konnten in den vergangenen Monaten erkennen, dass Mars durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs wanderte, um in Richtung Löwen zu eilen.

Im Dezember verlangsamt Mars seine Bewegung, er bleibt sogar stehen, um sich wieder in Richtung des Krebses zu bewegen. Diese rückläufige Bewegung beruht auf einem perspektivischen Effekt, da die schnellere Erde Mars auf der Innenbahn überholt. Sternfreunde wissen, wenn ein Planet scheinbar rückwärts läuft, steht er der Sonne gegenüber und ist am besten zu beobachten. Der Ringplanet Saturn ist noch ein Objekt der zweiten Nachthälfte, doch erfolgen seine Aufgänge zum Jahresende bereits vor Mitternacht, zu finden ist er im Sternbild Jungfrau..

Einsatz2-Dezember

Die Computergrafik zeigt das scheinbare Größenverhältnis der Planeten zueinander, so wie sie im Dezember im Fernrohr erscheinen.

Am 1. Dezember erhellt unser Mond die ganze Nacht, er steht nahe der Plejaden, die infolge des intensiven Mondlichts jedoch nur schwer sichtbar sind; am kommenden Morgen ist Vollmond. Sein letztes Viertel erreicht der Mond am 9. Dezember und einen Tag später zeigt sich die abnehmende Mondscheibe in der Nähe von Saturn am Morgenhimmel. Unbeobachtbar am Taghimmel steht unser Trabant am 16. Dezember, doch schon am 18. zeigt er sich wieder als schmale, zunehmende Sichel über dem abendlichen Südwesthorizont.

In der Nähe von Jupiter lässt sich die Mondsichel am 21. Dezember beobachten. Halb erleuchtet ist die Mondscheibe im ersten Viertel am Heiligabend und einen zweiten Vollmond in diesem Monat erleben wir am Silvesterabend. Bei diesem Vollmond streift der Erdtrabant sogar den Kernschatten der Erde, sodass es zwischen 19:52 Uhr und 20:54 Uhr zu einer partiellen Mondfinsternis kommt, bei der jedoch nur der südliche Mondrand in einem rötlichen Licht erscheinen wird. Günstig zur Beobachtung lichtschwächerer Objekte wie Sterne, Sternschnuppen, Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien ist die Zeit zwischen dem letzten (9.Dez.) und dem ersten Viertel (21. Dez.).

Zwischen dem 7. und 17. Dezember können die Sternschnuppen der Geminiden beobachtet werden. Ihren Namen erhielten sie nach dem Sternbild Zwillinge (lat. Gemini) aus dem alle Meteore zu kommen scheinen. Das Maximum tritt in den Morgenstunden des 13. Dezember ein, wo pro Stunde bis zu 120 Meteore, teilweise auch sehr helle Objekte, über den Himmel huschen. Am besten sichtbar sind die Geminiden zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens.

Die Sternkarte des frühen Abendhimmels zeigt noch typische Herbststernbilder wie Wassermann, Walfisch, Fische, Pegasus und Andromeda. Letzteres Sternbild soll nachfolgend etwas näher beschrieben werden. In der griechischen Mythologie finden wir Andromeda - Tochter des Königs Kepheus und Königin Kassiopeia - an einen Felsen geschmiedet und von dem Meeresungeheuer Ketos bedroht dargestellt. Jedoch kann sie der Held Perseus erretten und zu seiner Gemahlin nehmen.

Einsatz-Dezember

Die Computergrafik zeigt das Sternbild Andromeda und die in seinem Bereich zu findende Andromeda-Galaxie sowie weitere, so genannte "Deep-Sky-Objekte".

Das Sternbild stellt auch heute noch etwas ganz besonderes dar, denn hier kann schon das bloße Auge leicht die Gefilde der Sonnenumgebung und der Jetztzeit verlassen und Lichtstrahlen empfangen, die vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren ihre Lange Reise antraten - wo noch der Australopithecus die Erde bevölkerte und sich die Gattung Homo anschickte diese zu betreten. Ein Blick zweieinhalb Millionen Jahre in die Vergangenheit bedeutet auch, dass wir hier die ungeheure Distanz von zweieinhalb Millionen Lichtjahren mit dem bloßen Auge überwinden können und unsere Nachbargalaxie M31 als mattes Lichtwölkchen sehen.

Ein gutes Fernglas oder ein kleines Teleskop offenbart, dass die Andromedagalaxie, ähnlich wie unser eigenes Milchstraßensystem von den beiden Zwerggalaxien M32 und M110 umkreist wird. Weiterhin findet man in der Andromeda den offenen Sternhaufen NGC 752, der in einer sehr klaren Nacht bereits mit dem bloßen Auge erspäht werden kann, ein Fernglas zeigt bereits die Haufenstruktur. Auch der Planetarische Nebel NGC 7662 ist bereits in einem Fernglas als sternförmiges Objekt aufzufinden, doch erst im Teleskop zeigt sich die bläulich-grünliche Scheibe des Nebels, der auch bei Sternfreunden als "Blauer Schneeball" bekannt ist.

Der Stern Almaak (auch Alamak oder Almach genannt) dessen deutscher Name Wüstenluchs bedeutet, ist einer der schönsten Doppelsterne am Himmel mit einem wunderschönen Farbkontrast. Mit dem bloßen Auge erscheint er etwa so hell wie der Polarstern, ein Teleskop zeigt neben dem orangen Hauptstern (ein Roter Riese) einen lichtschwächeren bläulichen Begleiter.


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