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DIE STERNE IM APRIL 2010
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Die Sterne im April

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© by Winfried Kräling


Im April sind alle hellen Planeten zu sehen

von Winfried Kräling Volkssternwarte Marburg e.V.

Nachdem sich im März die ersten Frühlingsboten, wie Schneeglöckchen und Krokusse, den Weg durch die Schneedecke gebahnt haben, lässt sich im April der Frühling nicht mehr aufhalten. Himmelsschlüssel- und Forsythienblüten sind weitere Farbtupfer in der Natur und das morgendliche Vogelkonzert wird täglich durch neu ankommende Zugvögel erweitert. Obwohl es im April recht angenehme Temperaturen geben kann, ist auch noch mit Kälteeinbrüchen mit Schnee- und Graupelschauern zu rechnen, denn nicht umsonst heißt eine Bauernregel: "Der April macht was er will." Doch gerade nach so einem Schauer ist die Atmosphäre sauber und der Himmel außergewöhnlich transparent.

Im April besteht die Möglichkeit alle fünf klassischen Planeten - die mit bloßem Auge zu sehen sind - zu beobachten. Merkur kann in der ersten Aprilhälfte einige Zeit nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont aufgespürt werden. Venus - der strahlende Abendstern - kann als Aufsuchhilfe dienen. In der ersten Monatsdekade findet man Merkur rechts neben Venus, der Abstand ist dann so gering, dass beide Planeten gemeinsam im Gesichtsfeld eines Fernglases erscheinen. Nach dem 10. April vergrößert sich der Abstand, Merkur steht nun rechts unterhalb von Venus und strebt wieder der Sonne entgegen, in deren Strahlen er um den 20. wieder verschwindet.

Die kurze Sichtbarkeitsspanne ist bei dem innersten Planeten des Sonnensystems auf den geringen Abstand zur Sonne zurückzuführen. Merkur steht 2,5 mal näher an der Sonne als die Erde, ein Tag auf Merkur dauert 88 Erdentage, die Nacht natürlich genauso lange. Bedingt durch die Nähe zur Sonne und der außergewöhnlichen Tageslänge kommt es auf Merkur zu extremen Temperaturunterschieden. Auf der atmosphärelosen Kraterlandschaft herrschen in der Nacht Temperaturen von minus 180°C und am Tage steigen die Temperaturen bis auf plus 470°C an. Merkur ist nicht nur der innerste Planet des Sonnensystems sondern auch der kleinste, sein Durchmesser ist mit 4878 km nur etwa 1/3 so groß wie derjenige der Erde und übertrifft unseren Mond nur um das 1,4-fache. Bemerkenswert bei Merkur ist die Phase, die sich während der Sichtbarkeitsperiode zusehends ändert.

Doch auch Venus, die ebenfalls im April über dem westlichen Horizont als heller Abendstern gesehen werden kann, und die häufig als Schwester der Erde oder Planet der Liebe genannt wird, ist kein Paradies. Auf unserem inneren Nachbarplaneten, der etwa so groß wie die Erde ist und ca. 80 Prozent der Erdmasse aufweißt, herrschen eher höllische Temperaturen. Venus besitzt eine dichte Atmosphäre und an der Venusoberfläche herrscht ein Luftdruck, der den der Erde um das 92-fache (92 bar!) übersteigt. Durch den Treibhauseffekt - die Venusatmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxyd (CO2) - haben Raumsonden Temperaturen von 464°C am Venusboden gemessen. Bei diesen Temperaturen würden sogar Zinn und Blei schmelzen.

Einsatz2-März

Die Computergrafik zeigt den Himmelsanblick in westlicher Richtung, wo neben den erwähnten Planeten auch hellere Fixsterne zu erkennen sind. Die Randgrafik zeigt zudem das scheinbare Größenverhältnis der Planeten zueinander, so wie sie im April im Fernrohr erscheinen.

Auch unser äußerer Nachbar - der rote Planet Mars - ist im April noch am Abendhimmel zu erkennen. Er entfernt sich allmählich von der Erde und wird lichtschwächer. In einem Teleskop sind nur noch größere Oberflächendetails sichtbar. Mars ist etwa halb so groß wie die Erde, er rotiert (ähnlich wie die Erde) in 24 Std 37 Min einmal um seine Achse. Mars besitzt auch eine dünne Atmosphäre, gelegentlich zeigen sich sogar in Amateurteleskopen helle Wolken oder Staubstürme. Im Gegensatz zu den beiden zuvor genannten Planeten können die Temperaturen auf Mars sogar als gemäßigt bezeichnet werden. In Äquatornähe betragen sie am Tage bis zu plus 20°C und sinken in der Nacht "nur" auf minus 85°C ab. Zwei kleine "kartoffelförmige" Monde umkreisen Mars, sie wurden Phobos und Deimos genannt, was soviel wie Furcht und Schrecken bedeutet.

Jupiter stand in den Vormonaten unbeobachtbar am Taghimmel, er erscheint ab der Monatsmitte allmählich wieder in der Morgendämmerung über dem östlichen Horizont. Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems, er übertrifft die Erde um das 11-fache im Durchmesser und seine Masse ist um das 318-fache größer als die unseres Heimatplaneten. Mindesten 63 Monde umkreisen den Riesenplaneten, wovon die vier größten bereits in einem Fernglas gesehen werden können. Saturn, der Planet mit dem Ring, befindet sich auch im April in optimaler Beobachtungspostion im Sternbild Jungfrau.

In Punkto Monde steht Saturn dem Jupiter kaum nach, mindesten 62 Trabanten kann er aufweisen. Schon ein Fernglas enthüllt Titan den größten der Saturnmonde. Liebhaberteleskope zeigen mindesten vier weitere Saturntrabanten - und natürlich Saturns Ringsystem. Der Vollständigkeit wegen seien auch die beiden teleskopischen Planeten Uranus und Neptun erwähnt, die jedoch im April nicht zu beobachten sind. Die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun zählt man zu den Gasplaneten (d.h. sie besitzen keine feste Oberfläche) und durch ihren großen Abstand zur Sonne liegen ihre Temperaturen durchweg im frostigen Bereich bis minus 220°C.


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