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DIE STERNE IM APRIL 2011
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Sternschnuppen des Monats: Die "Lyriden" vom 16. bis 25. April, Maximum: 22.04., Ausstrahlregion: Sternbild Leier
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Die Sterne im April

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© by Winfried Kräling


Gigantischer kosmischer Staubsauger verschluckt alles in seiner Nähe

von Winfried Kräling Volkssternwarte Marburg e.V.

Der Gesang der Vögel - vom frühen Morgen bis in die Nacht, die Blüten von Bäumen, Büschen und Blumen und die zunehmende Tageslänge, all dies sind Zeichen, dass der Frühling seinen Einzug gehalten hat. Dass sich der April auch von seiner launischen Seite zeigen kann und gelegentlich noch Nachtfröste vorkommen, mag dem Frühling einen Dämpfer versetzen, doch aufhalten lässt sich der Lenz nun nicht mehr. Besonders die klaren Nächte nach Regen-, Schnee- oder Graupelschauer sind es, die Sternfreunden einen Blick in die entferntesten Regionen des Universums ermöglichen, zu Galaxien mit Milliarden von Sonnensystemen, die im Frühjahr recht zahlreich zu beobachten sind.

Doch zunächst ein Blick in unser eigenes Sonnensystem: Gleich zu Beginn der Dunkelheit (zum Monatsbeginn um ca. 21 Uhr, am Monatsende gegen 22 Uhr Sommerzeit) zeigt sich über dem südöstlichen Horizont ein helles, aber nicht strahlendes Gestirn. Schaut man durch ein 10-fach vergrößerndes Fernglas erkennt man, dass dieses Objekt nicht punktförmig, wie ein Fixstern erscheint, sondern etwas in die Länge gezogen ist. Der Blick durch ein kleines Teleskop enthüllt auf Anhieb die Identität des Objekts, ein Planetenscheibchen umgeben von Ringen: wir sehen Saturn, den schönsten aller Planeten. In der Nacht vom 3. zum 4. April steht Saturn der Sonne genau gegenüber - Astronomen sagen, Saturn steht in Opposition zur Sonne - das heißt, dass der Ringplanet mit Sonnenuntergang aufgeht und bei Sonnenaufgang untergeht. Somit besteht in diesem Monat die beste Beobachtungsmöglichkeit dieses Planeten.

Wie schon erwähnt, zeigen sich die Saturnringe in einem kleinen Fernrohr, mit zunehmender Größe eines Teleskops verbessert sich die Wahrnehmung an Details. Mit größeren Amateurteleskopen oder an Volkssternwarten, kann man erkennen, dass es sich nicht um einen einzelnen Ring handelt, sondern dass dieser durch so genannte Teilungen unterbrochen ist. Die Oberfläche von Saturn selbst ist recht homogen, einige sehr zarte Bänder können gesehen werden. Doch ist die Saturnoberfläche nicht immer so "langweilig", in den vergangenen Wochen tobte in der Saturnatmosphäre ein Sturm, der auch mit kleineren Teleskopen zu beobachten war. Fünf der 61 bekannten Saturnmonde sind in Amateurteleskopen sichtbar, Titan der größte Saturnmond kann sogar mit einem Fernglas gesichtet werden. Nur noch ein weiterer Planet unseres Sonnensystems kann im April gesehen werden. Es ist Venus, die kurz vor Sonnenaufgang knapp über dem östlichen Horizont erscheint, aber wenig auffällig ist.

Einsatz-April

Das Sternbild Löwe mit seinen Deep-Sky-Objekten.

Ein Blick auf Sternkarte zeigt allesamt Frühlingssternbilder, besonders in den Sternbildern Großer Wagen, Jagdhunde, Haar der Berenike, Jungfrau und Löwe lassen sich zahlreiche Galaxien auffinden. Besonders einige prachtvolle Exemplare im Sternbild des Löwen (Zusatzgrafik) sollen heute vorgestellt werden. Der hellste Stern im Löwe (lateinisch: Leo), ist der 77 Lichtjahre (LJ) entfernte Regulus, dessen Name Kleiner König bedeutet. Algieba (Mähne des Löwen, 126 LJ entfernt) ist ein schöner Doppelstern, bereits in einem kleinen Teleskop erkennt man zwei goldgelbe Riesensterne, die sich gegenseitig umkreisen, allerdings dauert ein Umlauf etwa 600 Jahre. Bereits diese beiden Sternen befinden sich mit ihren 77 bzw. 126 Lichtjahren Entfernung in einer für uns unvorstellbaren Entfernung (bekanntlich legt das Licht in einer Sekunde ca. 300.000 km (7,5 mal um den Äquator der Erde) zurück, in einem Jahr sind das 9,5 BILLIONEN Kilometer), doch sind sie uns damit noch nah, verglichen mit der Entfernung von Galaxien. Viele dieser eigenständigen Milchstraßensysteme sind mehr als 50 Millionen LJ (mehr als 100 TRILLIONEN Kilometer) entfernt.

Galaxien zeigen auf lang belichteten Aufnahmen meist einen hellen Kern und zarte Spiralarme die zum Teil von dunklen Staubmassen durchsetzt sind. Besucher einer Volkssternwarte dürfen nicht erwarten solch beeindruckende Anblicke "live" im Teleskop zu erleben, meist zeigt sich ein solch weit entferntes Milchstraßensystem "nur" als zartes Lichtwölkchen - nur in sehr dunklen Regionen können in größeren Amateurteleskopen Details erkannt werden. Einen wunderbaren Anblick bietet das Galaxientrio M65, M66 und NGC 3628 - auch Leo`s-Triplett genannt, wenn die drei Galaxien gemeinsam im Gesichtsfeld eines Teleskops stehen. Unter dunklen Bedingungen können bei M65 und NGC 3628 die Staubbänder auch visuell wahrgenommen werden.

Beeindruckend ist auch das Trio von M95, M96 und M105 - die Beobachtung der Galaxien NGC 3371 NGC 3373 bleibt Beobachtern mit größeren Instrumenten vorbehalten. Im Zentrum von M105 befindet sich nach Berechnungen von Astronomen ein gewaltiges Schwarzes Loch mit circa 50 Millionen Sonnenmassen, das alles wie ein gigantischer kosmischer Staubsauger in sich einsaugt, was ihm zu nahe kommt. Der Begriff "Schwarzes Loch" wurde 1967 von John A. Wheeler geprägt und verweist auf den Umstand, dass es sich um eine Krümmungssingularität (Singularität = Gegebenheiten, unter denen physikalische Gesetze nicht definiert sind) der Raumzeit handelt ("Loch") und dass selbst sichtbares Licht, diesen Bereich nicht verlassen kann und es einem menschlichen Auge daher vollkommen schwarz erscheinen würde. Auch die Spiralgalaxie NGC 2903 ist bei dunklem Himmel in einem kleinen Instrument sichtbar.


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