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DIE STERNE IM OKTOBER 2011
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Sternschnuppen des Monats: "Draconiden" Maximum vom 06.-10.10., Spitze: 08.10., Ausstrahlregion: Sternbild Drache
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Die Sterne im Oktober

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© by Eckhard Kohn


Riesenplanet Jupiter mit Monden als Superstar

von Reiner Boulnois Volkssternwarte Marburg e.V.

Im Oktober, dem ersten Monat des Winterhalbjahres, verlängert sich die Zeit mit dunklem Nachthimmel um 2 Stunden und die Dämmerungsphase ist besonders kurz. Zudem verändert sich der Anblick des Sternenhimmels bei Eintritt der Dunkelheit in den nächsten zwei Monaten nur unwesentlich, da die Sonne stetig früher untergeht. Außerdem zeigt ein regelmäßiger Vergleich einer exakt ausgerichteten Sonnenuhr mit unseren Zeitfunkuhren, dass die Sonne zusätzlich Ende des Monats eine Viertelstunde früher unter dem Horizont verschwindet. Diese Tatsache verstärkt den Eindruck, dass die Tage im Herbst besonders schnell kürzer werden.

Am Sonntag den 30.10. hat der Tag ausnahmsweise 25 Stunden, da zu diesem Datum die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt werden und die "verlorene" Stunde vom März zurückgewonnen wird. Dadurch wird aus MESZ wieder MEZ. Die Termine für die Mondphasen sind bis auf den Neumond wie im September. Der zunehmende Mond ist am Monatsanfang über dem Südwesthorizont zu sehen. Seine Untergangszeiten verschieben sich um mehr als eine Stunde pro Tag bis zum Vollmondtermin. Am 7. 10. Ist abends der "Goldene Henkel" zu sehen, eine schon beleuchtete Bergkette im noch unbeleuchteten, flachen Teil der Mondoberfläche. In diesem Monat erscheint der Vollmond besonders klein, weil er sich im erdfernsten Bereich seiner Bahn befindet. Ende des Monats taucht er wieder als schmale Sichel in der Dämmerung in Richtung Südwesten auf.

Von den Planeten bleiben Saturn und Merkur der Sonne zu nahe und können daher mit bloßem Auge nicht gesehen werden. Dafür ist aber der Riesenplanet Jupiter, der am 29.10. seine Oppositionsstellung zur Sonne erreicht, während des gesamten Monats das Paradeobjekt. Er geht in Richtung Osten auf, wenn die Sonne im Westen untergeht und umgekehrt ist es dann am Morgenhimmel. In kleinen Teleskopen sind in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder auszumachen. In größeren Beobachtungsgeräten lassen sich schon Wirbelstrukturen, größer als die Erde, erkennen. Innerhalb von einer Stunde können Bewegungen dieser Details erfasst werden, die auf eine sehr hohe Rotationsgeschwindigkeit des elfmal größeren Planeten hinweisen. Schon in Ferngläsern lassen sich die vier großen Monde und ihre Umläufe um Jupiter verfolgen, wobei es zu Durchgängen der Mondscheiben und ihrer -schatten vor und zu Bedeckungen bzw. Verfinsterungen hinter der Planetenscheibe kommen kann. In den Tagen um die Opposition kann dabei als Besonderheit beobachtet werden, wie die hellen Mondscheiben die Schatten teilweise bedecken.

Einsatz-Oktober

Der Planet Jupiter mit seiner streifenförmigen Atmosphäre

Mars als helles rötliches Objekt am Morgenhimmel durchläuft in den ersten Oktobertagen den schon mit bloßem Auge beobachtbaren offenen Sternhaufen M44 Praesepe = Krippe. Eindrucksvoll lässt sich diese Begegnung in einem guten Fernglas verfolgen, das einen Teil der etwa 500 Sterne in knapp 600 Lichtjahren Entfernung zeigt. Mars läuft danach auf den horizontnäheren hellen Hauptstern des Löwen, Regulus zu. Seine geringe scheinbare Größe lässt noch keine teleskopische Beobachtung von Oberflächendetails zu.

Dicht über dem Südwesthorizont kann man im letzten Monatsdrittel kurz nach Sonnenuntergang nach Venus Ausschau halten, wobei ein Fernglas das Auffinden erleichtert. Der hellste der Planeten eröffnet damit eine optimale, über ein Jahr andauernde Sichtbarkeitsperiode, die nur drei Wochen im Juni 2012 unterbrochen wird. Im Fernglas kann bei besten Beobachtungsbedingungen vielleicht auch der 50-fach lichtschwächere Merkur im Gesichtsfeld südlich von Venus erkannt werden.

Am 8. Oktober lohnt sich trotz des doch hellen Mondlichts ein Blick an den Sternhimmel, denn es könnte zwischen 19 und 23 Uhr zu einem stärkeren Meteoritenschauer der so genannten Draconiden kommen. Die Vorhersagen über die Menge an beobachtbaren Sternschnuppen schwanken von wenigen bis weit über 100 pro Stunde an den relativ langsamen Lichterscheinungen, die im Märchen "Die Sterntaler" nach den Gebrüdern Grimm mit Illustrationen des hiesigen Malers Otto Ubbelohde in einen beeindruckenden Zusammenhang gebracht wurden. Die Unsicherheiten beruhen darauf, dass Menge und genauer Ort der unsichtbaren Staubteilchen aus dem Ursprungskometen nicht bekannt sind. Auf der Sternkarte ist die Richtung, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen, durch entsprechende Strichspuren gekennzeichnet.

Ein anderes Phänomen mit Staubteilchen, das Zodialkallicht, kann morgens bei sehr klarer Horizontsicht als eine sehr schwache, kegelförmige Lichtsäule über dem Aufgangsort der Sonne ab 6 Uhr erkannt werden. Jedes störende Licht, selbst schwächster Mondschein, schließt ein Beobachten dieser von Immanuel Kant als "Halsschmuck der Sonne" bezeichneten Erscheinung aus.

Der abgebildete Sternhimmel in östlicher Richtung zeigt horizontnah die ersten Wintersternbilder, während im Südosten die Herbststernbilder, im Südwesten die Sommersternbilder dominieren. Tief im Nordwesten ist als Rest des "Frühlingsdreiecks" noch der helle, orangefarbene Arktur zu erkennen. Die Milchstraße zieht sich von Südwesten durch den Zenit nach Nordosten über das Firmament. Der meist mit dem bloßen Auge unsichtbare, veränderliche Stern Mira ist momentan überraschend auffällig. Er kann gefunden werden, wenn man auf der Sternkarte vom Schnittpunkt der beiden Teile des Sternbilds Fische Richtung Horizont bis zur Verbindung der beiden Teile vom Sternbild Walfisch geht.


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