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DIE STERNE IM SEPTEMBER 2014
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Sternschnuppen des Monats: Die "Pisciden" Max. 19.09. mit 5 bis 10 Meteoren je Stunde, Ausstrahlregion: Sternbild Fische
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Die Sterne im September

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© by Winfried Kräling


Vielfalt der Sterne: Mehrfachsternsystem Fomalhaut

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Für die Meteorologen beginnt aus statistischen Gründen für die Nordhalbkugel der Erde bereits das Herbstquartal. Wenn dann die Sonne am 23. September um 4:29 Uhr den Himmelsäquator von Norden nach Süden im Sternbild Jungfrau überquert, ist mit der Tagundnachtgleiche auch astronomisch der Herbstanfang erreicht und es beginnt das Winterhalbjahr, das 5 Tage kürzer ist als das Sommerhalbjahr. Denn die Erde steht in diesem Zeitraum der Sonne bis zu fünf Millionen Kilometer näher und durchläuft daher diesen Teil ihrer Ellipsenbahn schneller. Im September ist wie auch schon im März die Veränderung der Tageslänge am stärksten ausgeprägt, nämlich 4 Minuten pro Tag. Damit steht die Sonne im Monatsverlauf zwei Stunden weniger über dem Horizont. Es beginnt für Hobbyastronomen eine günstige Zeit zum Beobachten lichtschwacher Himmelsobjekte, da die Zeit absoluter Dunkelheit erheblich länger wird. Die geringeren Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bedingen weniger häufig Luftturbulenzen, und die beobachteten Himmelsobjekte weisen deshalb ruhigere Bilder mit mehr Details auf. Dies verbessert natürlich auch für Astrofotografen die Gelegenheiten für reizvolle Aufnahmen. Unser Tagesgestirn als wichtiges Beobachtungsobjekt zeigt weiterhin eine mittelmäßige Aktivität an Sonnenflecken und Protuberanzen.

Unseren Erdbegleiter findet man zu Monatsbeginn in seinem ersten Viertel nördlich vom roten Planeten Mars. Der weiter zunehmende Mond zeigt am 4. September um 19.45 Uhr wieder einmal seinen "Goldenen Henkel" im Fernglas oder Teleskop. In der Vollmondnacht findet man den Trabanten im Sternbild Fische nahe der Position, an der die Sonne zu Frühlingsanfang stand. Am Morgen des 20. September ist der abnehmende Mond südlich vom auffälligen Riesenplaneten Jupiter aufzufinden. Bei guter Horizontsicht bietet am 28. September die schmale, jetzt zunehmende Mondsichel einen hübschen Anblick zwischen dem Planeten Saturn und dem "roten Doppelobjekt" aus dem Planeten Mars und dem Hauptstern des Tierkreissternbilds Skorpion, Antares.

Von den Planeten wird Merkur den ganzen Monat von der Sonne überstrahlt. Venus bleibt am Monatsanfang nur eine Stunde in der hellen Morgendämmerung über dem Nordosthorizont sichtbar. Sie bewegt sich am 05. September nördlich an Regulus, dem hellsten Stern im Sternbild Löwe, vorbei. In Teleskopen zeigt sich das kleine Venusscheibchen voll beleuchtet, was andeutet, dass die seit Mitte Januar anhaltende Morgensichtbarkeit der Venus am Monatsende endgültig ausläuft.

Der rötliche Mars steht nach wie vor über dem Südwesthimmel und kann dann zwei Stunden bis zu seinem Verschwinden unter dem Horizont gesehen werden. Dabei ist er aufgrund des wieder sehr großen Abstands von der Erde als Beobachtungsobjekt in Teleskopen nicht attraktiv. Dafür entschädigen die beiden im letzten Monatsdrittel am Mars eintreffenden Marssonden für fehlende eigene Beobachtungsmöglichkeiten. Ende des Monats bewegt sich der rote Planet am roten Überriesenstern Antares (= "Gegenmars") nördlich vorbei, wobei das Licht des Planeten im Vergleich viel ruhiger erscheint.

Der Riesenplanet Jupiter im Sternbild Krebs erscheint im September schon ein bis drei Stunden vor dem Einsetzen der Morgendämmerung über dem Nordosthorizont. Er ist ein Paradeobjekt unter den Planeten, denn die Bewegungen seiner vier schon in einem Fernglas sichtbaren Monde bieten immer wieder wechselnde Ansichten, so am 12. und am 29. September gleichzeitig zwei Mondschatten auf der Jupiterscheibe Dazu lassen sich in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder parallel zum Äquator erkennen, auch schon in kleinen Beobachtungsgeräten. Saturn ist bestenfalls noch für eine Stunde in der letzten Septemberhälfte dicht über dem Südwesthorizont auszumachen.

Die Sternkarte zeigt noch die typischen Sommersternbilder mit dem auffälligen Sommerdreieck im oder nahe dem strukturierten Band der Milchstraße, das sich vom Südwest- über den Zenit zum Nordosthorizont erstreckt. Im südlichen Bereich der Karte findet man die sogenannten "Wassersternbilder" zwischen Delphin und den Fischen. Eines davon ist aufgrund seiner Horizontnähe relativ selten bei uns abends sichtbar. Es ist das Sternbild "Südlicher Fisch". Dieser ist am Himmel zu finden, weil ein Fisch nach der Mythologie die ägyptische Göttin Isis aus großer Not gerettet haben soll.


das Fomalhautsystem


Schon in kleineren Teleskopen erschließt sich die räumliche Ausdehnung der beteiligten Sterne. Dagegen können die Staubscheiben und der bereits entdeckte Exoplanet nur mit großen Spezialteleskopen aufgespürt werden.


In diesem Sternbild fällt bei guter Sichtmöglichkeit bis zum Südhorizont der helle Stern Fomalhaut, "das Maul des Fisches", auf. Erst in letzter Zeit erwies sich aus Beobachtungen, dass es sich um ein sehr komplexes Sternsystem aus drei Sternen, mindestens einem Exoplaneten und je einer Staubscheibe um die hellste und die schwächste der drei Komponenten handelt. Sie stehen in 25 Lichtjahren = 240 Billionen Kilometer Abstand zu uns und weisen ein Alter von ca. 100 Millionen Jahren auf. Aus dem Rahmen fallen die überraschend großen Abstände der drei Sterne voneinander und die gleiche Ausrichtung der beiden Staubscheiben im Raum, was ebenso wie die gleichartige Bewegung im Raum auf einen gemeinsamen Entstehungsprozess hindeutet. Die komplizierten Verhältnisse sind in der Zusatzgrafik dargestellt.


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