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DIE STERNE IM Mai 2018
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Die Sterne im Mai

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© by Winfried Kräling


Strahlender Riesenplanet Jupiter in Erdnähe

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Die Sonne steht am Monatsende 16 Stunden über dem Horizont, da sie im Wonnemonat Mai stetig nördlichere Positionen ihrer Jahresbahn erreicht. Sie überschreitet dabei Mitte des Monats die Grenze vom Sternbild Widder zum Sternbild Stier. Damit beginnt auch in unseren Breiten eine Zeit für Romantiker, denn während der sogenannten "Weißen Nächte" wird es selbst um Mitternacht in Richtung Norden nicht mehr vollständig dunkel.

Den abnehmenden Mond findet man am Morgen des 5. Mai nördlich vom Ringplaneten Saturn, am folgenden Morgen dann am ständig auffälliger werdenden roten Planeten Mars. Am 16. Mai taucht die extrem schmale zunehmende Mondsichel über dem Westhorizont in der hellen Abenddämmerung auf, am folgenden Abend steht sie weit südlich von Venus am Abendhimmel und zeigt dabei auf ihrer von der Sonne unbeleuchteten Oberfläche das von unserer Erde reflektierte sogenannte Erdlicht. Schließlich zieht der nun schon fast volle Mond am 27. Mai nördlich am Riesenplaneten Jupiter vorbei.

Merkur bleibt für das bloße Auge während des ganzen Monats unsichtbar. Venus dagegen lässt sich wegen ihrer strahlenden Helligkeit bald nach Sonnenuntergang im Nordwesten auffinden und kann bis zu ihrem Untergang vor Mitternacht bewundert werden. Mars wird im Monatsverlauf zunehmend auffälliger am Morgenhimmel. Er wird ein Vierteljahr vor seiner sehr günstigen Oppositionsstellung zu einem attraktiveren Beobachtungsobjekt, weil die schneller um die Sonne laufende Erde sich ihm stetig nähert. Der Riesenplanet Jupiter steht schon am 9. Mai der Sonne gegenüber und abends bei einsetzender Dunkelheit im Sternbild Waage dann in guter Beobachtungsposition. Er bietet auch in den kurzen Nächten gute Möglichkeiten, Details in seiner sehr turbulenten, weil rasch rotierenden Atmosphäre zu beobachten.

Der Jupiter und seine Wolkenbänder

Der Jupiter und seine Wolkenbänder


Die Zusatzgrafik zeigt die beeindruckende Dynamik mit einem überraschenden Farben- und Formenreichtum an dunklen Bändern, hellen Zonen, dem Großen Roten Fleck als auffälligen Wirbel und vielen anderen Details. In vier Stunden wird ein fester Bezugspunkt durch die rasche Rotation von einer zur anderen Seite des elffach größeren Jupiters, im Vergleich zur Erde, geführt. Zusätzlich lassen sich schon im Fernglas die wechselnden Konstellationen seiner vier hellen Monde verfolgen sowie der Lauf der Mondschatten über die Jupiteroberfläche.

Die Raumsonde Juno, die den Riesenplaneten seit etwa zwei Jahren auf einer stark elliptischen Bahn umläuft, kann sich der Wolkenoberschicht bis auf 4.000 km annähern. Mit ihren spezifischen Beobachtungsgeräten soll sie der Entschleierung der Geheimnisse des unter der dichten Atmosphäre befindlichen Inneren des Jupiters dienen. Damit gewinnt man auch ein wesentlich besseres Verständnis der bei anderen Sternen nachgewiesenen jupiterähnlichen Exoplaneten.

Die Sichtbarkeitsbedingungen für den Ringplaneten Saturn verbessern sich im Monatsverlauf erheblich. Denn wegen seiner bevorstehenden Oppositionsstellung zur Sonne Ende Juni steht er schon nach Mitternacht als ein prominentes Beobachtungsobjekt über dem südöstlichen Horizont. Dann kann man das wunderbare Ringsystem mit seiner auffälligen Teilung sehr gut beobachten, denn dessen Öffnungswinkel ist in diesem Jahr immer noch sehr groß. Zudem sind einige der bekannten 62 Monde mit Teleskopen zu sehen.

Der Fixsternhimmel hat seinen Charakter völlig verändert, denn die Wintersternbilder sind nun bis auf die jetzt im Nordwesten horizontnah stehenden Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann und Kleiner Hund verschwunden. Dafür dominieren Frühlingssternbilder mit dem sogenannten Frühlingsdreieck aus den hellen Sternen Regulus, Arktur und Spica, das jetzt am Südwesthimmel aufzufinden ist. Damit werden in mondlosen Nächten Galaxien und Kugelsternhaufen in den Sternbildern Löwe, Jungfrau, Haar der Berenike, Jagdhunde und Großer Bär zu bevorzugten Beobachtungsobjekten für die Amateurastronomen. Es lohnt sich, mit Feldstechern und Teleskopen diese Objekte, die bis zu 100 Millionen Lichtjahre entfernt sind, nach dem Dunkelwerden aufzusuchen.


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