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DIE STERNE IM Juli 2018
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Die Sterne im Juli

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© by Winfried Kräling


Totale Mondfinsternis und Marsopposition am gleichen Tag

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

In diesem typischen Sommermonat mit kurzen Beobachtungsnächten befindet sich die Sonne in den nördlichsten Bereichen ihrer Jahresbahn und wechselt dabei am 21. Juli aus dem Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs. Ende des Monats wird es um Mitternacht in Richtung Norden auch wieder absolut dunkel werden, denn die Zeit der "Weißen Nächte" ist dann vorbei. Am 06. Juli erreicht die Erde auf ihrer Jahresbahn ihren größten Abstand von der Sonne. Unseren Heimatplaneten und unser Tagesgestirn trennen dann nämlich mehr als 152 Millionen Kilometer, fast 5 Millionen Kilometer mehr als Anfang Januar. Das Licht benötigt etwa achteinhalb Minuten von der Sonnenoberfläche bis zur Erde.

Unser Erdtrabant steht am Abend des 27. Juli in seiner Vollmondphase und bietet dabei eine spektakuläre Show, denn er zieht gleichzeitig fast zentral durch den Erdschatten. Eine Folge ist der in diesem Jahrhundert längste Zeitraum von mehr als 100 Minuten einer totalen Verfinsterung des Mondes. Für uns Beobachter tritt allerdings unser Erdbegleiter schon stark verfinstert über den Südosthorizont. Die Zusatzgrafik zeigt den erwarteten Anblick bei (hoffentlich!) klarem Himmel zum Zeitpunkt der Finsternismitte. Der von der Erdatmosphäre in den Kernschattenbereich gebrochene längerwellige (rote) Anteil der Sonnenstrahlung bestimmt den Farbeindruck des verfinsterten Mondes.

Mars und die Mondfinsternis am 27. Juli

Mars und die Mondfinsternis am 27. Juli


Das bis nach Mitternacht laufende Auftauchen des Vollmonds aus dem Erdschatten wird begleitet von der besten Sichtbarkeit unseres roten Planeten Mars, der ganz in der Nähe strahlt. Die abendliche "Lightshow" wird weiterhin vervollständigt durch die strahlende Venus im Nordwesten, den auffälligen Jupiter im Südwesten und den hellen Ringplaneten Saturn im Süden. Der abnehmende Mond zeigt sich gleich zu Monatsbeginn am Morgenhimmel bei dem sehr auffälligen Roten Planeten Mars. Am Abend des 15. Juli steht die schmale zunehmende Mondsichel in der Nähe der strahlenden Venus. In den Nächten vom 5. bis 7. Juli werden dann der rote Überriesenstern Antares und der Ringplanet Saturn nördlich überholt. Diese sind in niedriger Stellung über dem Südhorizont zu beobachten. Am Abendhimmel des 20. Juli findet man den zunehmenden Halbmond am Abendhimmel wieder in einer beeindruckenden Konstellation mit dem hellen Planeten Jupiter. Am Morgenhimmel des 25. Juli geht der Mond dann nördlich am Ringplaneten Saturn vorbei.

Der sonnennächste Planet Merkur wird trotz seines großen scheinbaren Sonnenabstands in diesem Monat von der Sonne überstrahlt und bleibt daher für das bloße Auge unsichtbar. Unser Nachbarplanet Venus ist dagegen weiterhin als auffälliger Abendstern noch mehr als zwei Stunden nach Sonnenuntergang sichtbar. An den Tagen um den 9. Juli geht Venus nördlich am hellen Hauptstern Regulus im Sternbild Löwe vorbei. Mars ist wegen seiner sehr günstigen Oppositionsstellung heller als Jupiter, aber auffällig rötlich verfärbt. Am letzten Tag des Monats steht Mars in Erdnähe in einem Abstand von nur 57,6 Millionen Kilometer. Da momentan ein beinahe globaler Staubsturm, bedingt durch die höhere Sonneneinstrahlung in seiner Atmosphäre tobt, sind kaum Oberflächendetails zu beobachten.

Der Riesenplanet Jupiter verkürzt im Monatsverlauf seine Sichtbarkeit, wird aber auch schon in der hellen Abenddämmerung sichtbar und lässt dann die Beobachtung seiner obersten Atmosphärenschichten und der unterschiedlichen Konstellationen seiner vier hellen Monde in Teleskopen zu. Außerdem bleibt der Ringplanet Saturn weiterhin ein wunderschönes Beobachtungsobjekt. Die günstigste Zeit für die Beobachtung beginnt sofort nach dem Dunkelwerden bis zum Untergang des Ringplaneten. Im Teleskop kann man dann bei guter Horizontsicht das eindrucksvolle, weit geöffnete Ringsystem mit der auffälligen dunklen Cassinischen Teilung bewundern sowie den Umlauf der fünf helleren Saturnmonde verfolgen.

Während am Osthimmel die ersten Herbststernbilder aufziehen, steht das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Atair im Adler und Deneb im Schwan zentral in bester Beobachtungsposition in Richtung Süden. Während von diesen heißen, blau erscheinenden Sternen die beiden helleren, nämlich Atair nur knapp 17 und Wega 25 Lichtjahre entfernt sind, ist der scheinbar lichtschwächste, nämlich Deneb, mit etwa 2.000 Lichtjahren Abstand tatsächlich rund 10.000-fach heller. Die Sommermilchstraße zieht sich vom Zenit zum Südhorizont und ist erst nach Einbruch völliger Dunkelheit und ohne störendes Mondlicht beeindruckend. Man schaut dann in den Sternbildern Schwan, Leier, Adler, Schütze und Skorpion in Richtung heller Stern- und dunkler Staub- und Molekülwolken. Dabei sind für die Beobachtung der vorhandenen Objekte die Stunden ohne störendes Mondlicht zur günstigsten Beobachtungszeit um Mitternacht am besten geeignet. Außerdem liegt in Richtung des Sternbildes Schütze auch das Zentrum unserer Milchstraße, allerdings unsichtbar für unsere Augen hinter dichten Nebelwolken in etwa 27.000 Lichtjahren Entfernung.


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