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DIE STERNE IM SEPTEMBER 2018
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Die Sterne im September

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© by Winfried Kräling


Sonnenfernster Planet Neptun in Erdnähe

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Für die Nordhalbkugel der Erde beginnt mit diesem Monat das Herbstquartal und wenn dann die Sonne am 23. September um 3:54 Uhr den Himmelsäquator im Sternbild Jungfrau von Norden nach Süden überquert, ist mit der Tagundnachtgleiche auch astronomisch der Herbstanfang erreicht. Im September ist wie auch schon im März die Veränderung der Tageslänge am stärksten ausgeprägt, nämlich um fast 4 Minuten pro Tag. Dadurch bedingt steht die Sonne am Monatsende zwei Stunden kürzer über dem Horizontals zu dessen Beginn. Für Hobbyastronomen beginnt damit eine günstige Zeit zum Beobachten lichtschwacher Himmelsobjekte, da sich die Zeit absoluter Dunkelheit erheblich verlängert und die Atmosphäre weniger Turbulenzen aufweist.

Vom 12. bis zum 20. September zieht der zunehmende Mond nördlich an der auffälligen Venus, Jupiter, Antares, Saturn und zuletzt Mars vorbei. Alle hellen Planeten sind in diesem Monat sichtbar. So ist der selten sichtbare sonnennächste Planet Merkur bis zum 10. September in der Morgendämmerung im Osten zu finden. Er zeigt sich nahe Regulus, dem hellsten Stern im Tierkreissternbild Löwe, wobei am 8. September die schmale abnehmende Mondsichel diese Konstellation zu einem interessanten Trio erweitert.

Unser meist strahlender Nachbarplanet Venus wird im Monatsverlauf von der Abenddämmerung über dem Südwesthorizont eingeholt und ist dann trotz seines großen Sonnenabstands und der zunehmenden Helligkeit kaum noch wahrzunehmen. Sie kann allerdings mit bloßem Auge am sehr klaren Taghimmel beobachtet werden. Der rötliche Mars erscheint immer noch sehr auffällig schon in der Abenddämmerung. Mit Teleskopen lassen sich Details auf seiner Oberfläche erkennen. Der Riesenplanet Jupiter bleibt nur noch bis zur Monatsmitte als Beobachtungsobjekt mit seinen vier hellen Monden interessant. Danach steht er in der Abenddämmerung im Südwesten nur noch flach über dem Horizont. Dagegen kann der Ringplanet Saturn nach dem Dunkelwerden über dem Südhorizont gut beobachtet werden. Sein wunderbares Ringsystem ist maximal geöffnet und im Fernrohr bei klarer Horizontsicht optimal zu erfassen.

In diesem Monat soll auf den achten Planeten Neptun in unserem Sonnensystem hingewiesen werden, der wegen der Absorptionen durch das Erdgas-Molekül Methan in seiner oberen Atmosphäre intensiv blau erscheint. Er steht am 7. September in Opposition zur Sonne und deswegen auch in Erdnähe, was allerdings immer noch etwa 4,5 Milliarden Kilometer Abstand bedeutet. Zusätzlich erklärt diese Tatsache die geringe Größe der Planetenscheibe in Teleskopen, obwohl der Planet fast das Vierfache des Erddurchmessers aufweist. Da Neptuns Rotationsachse wie bei Erde, Mars und Saturn schräg zur Bahnebene steht, kommt es dort ebenfalls zu jahreszeitlichen Änderungen in seiner Atmosphäre. Da diese allerdings etwa 40 Jahre andauern, erzeugt die langanhaltende Einstrahlung von der in dieser Entfernung eintreffenden, nur geringen Sonnenenergie überraschend heftige Turbulenzen.

Neptun vor dem Sternenhintergrund

Neptun vor dem Sternenhintergrund

Die Grafik zeigt den eiskalten Planeten mit im Mittel minus 215 Grad Celsuis mit einer riesigen Sturmregion auf einer Aufnahme der Raumsonde Voyager 2 aus dem Jahr 1989.


Auch mit dem Hubble-Space-Telescope lassen sich Vorgänge in der Atmosphäre verfolgen. Zudem ist die langsame Bewegung im Monatsverlauf vor dem Sternenhintergrund im Tierkreissternbild Wassermann dargestellt. Sie kann mit einem guten Fernglas bei klarem Himmel verfolgt werden, wenn Neptun in den Stunden um Mitternacht in Südrichtung am höchsten über dem Horizont steht. Das Neptunsystem weist wie die drei anderen Gasplaneten ein Ringsystem auf und besitzt vierzehn bekannte Monde, von denen Triton der siebtgrößte in unserem Sonnensystem ist. Dieser interessante Mond umläuft seinen Planeten entgegen der von fast allen großen Körpern in unserem Sonnensystem gezeigten Bewegungen (von Norden betrachtet entgegen dem Uhrzeigersinn), was auf einen Einfang durch die Anziehungskraft von Neptun hinweist. Dabei ist seine Bahn so dicht an seinem Planeten, dass er wohl in etwa 100 Millionen Jahren von dessen Gezeitenkräften zerrissen wird. Zusätzlich besitzt er eine dünne Stickstoffatmosphäre und zeigt Spuren von Kryovulkanismus.

Die Sternkarte zeigt die typischen Sommersternbilder mit dem auffälligen Sommerdreieck im Band der Milchstraße mit ihren hellen Sternwolken und den dunklen Gas- und Staubnebeln. Bei dem in der Sternkarte als Andromedanebel gekennzeichneten Beobachtungsobjekt im Sternbild Andromeda handelt es sich um eine riesige Nachbargalaxie unserer Milchstraße in etwa 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung, die in einem lichtstarken Fernglas ein beeindruckendes Bild liefert. Der östliche Bereich der in der Sternkarte dargestellten Region wird vom Sternbild Pegasus mit dem auffälligen Viereck aus etwa gleich hellen Sternen eingenommen. Da es ein charakteristisches Kennzeichen für den Herbsthimmel darstellt, wird es auch als das "Herbstviereck" bezeichnet.


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