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DIE STERNE IM SEPTEMBER 2019
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Die Sterne im September

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© by Winfried Kräling


Die Milchstraße als wunderbares Beobachtungsobjekt

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Wenn die Sonne am 23. September um 9:50 Uhr den Himmelsäquator von Norden nach Süden im Sternbild Jungfrau überquert, beginnt für die Nordhalbkugel der Erde der Herbst. Für die Meteorologen gilt allerdings aus statistischen Gründen schon der Monatsanfang als Beginn der neuen Jahreszeit und nicht erst der Tag der Herbst-Tagundnachtgleiche. Am 26. September ist dann der Equilux-Tag mit exakt 12 Stunden Tag und Nacht. Im September wie auch schon im März ist die Veränderung der Tageslänge am stärksten ausgeprägt, nämlich fast 4 Minuten pro Tag und damit etwa zwei Stunden im Monatsverlauf. Es beginnt für Hobbyastronomen eine günstige Zeit zum Beobachten der Himmelsobjekte, da die Zeit mit absoluter Dunkelheit sich erheblich verlängert. Die geringeren Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bedingen weniger häufig Luftturbulenzen, und die beobachteten Himmelsobjekte weisen deshalb ruhigere Bilder und damit mehr Details auf. Dies verbessert natürlich auch für Astrofotografen die Bedingungen für fantastische Aufnahmen unterschiedlicher Himmelsobjekte.

Unser Erdtrabant steht zu Monatsbeginn als zunehmende Sichel am Abendhimmel und wird dann am 6. September flach über dem Südwesthorizont bei Jupiter und dem roten Riesenstern Antares zu finden sein. Zwei Tage später steht er nahe dem Ringplaneten Saturn. Er kann sowohl am 13. als auch noch am 14. September als großer Herbstvollmond kurz nach Sonnenuntergang über dem Osthorizont bestaunt werden. Am 26. September ist in der Morgendämmerung wieder einmal eine besonders schmale Mondsichel zu beobachten.

Von den Planeten stehen Merkur, Venus und Mars in der Nähe der Sonne und werden daher von dieser überstrahlt. Dagegen ist der Riesenplanet Jupiter schon auffällig in der noch aufgehellten Abenddämmerung im Sternbild Schlangenträger aufzufinden, er verschwindet im September allerdings schon vor Mitternacht unter dem Südwesthorizont. Er ist ein Paradeobjekt unter den Planeten, denn die Bewegungen seiner vier hellen, schon in einem Fernglas sichtbaren Monde bieten immer wieder wechselnde Ansichten. Dabei kommt es regelmäßig zu Verfinsterungen auf der Jupiterscheibe und zum Verschwinden hinter dem Riesenplaneten. Dazu lassen sich in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder parallel zum Äquator auch schon in kleinen Beobachtungsgeräten erkennen. Der wunderbare Ringplanet Saturn ist noch bis nach Mitternacht mit seinem weit geöffneten Ringsystem und einigen seiner 62 bekannten Monde im Teleskop zu bestaunen.

Glanzstücke der Milchstraße

Obwohl mit dem Sternbild Pegasus schon in Richtung Südosten ein bekanntes Herbststernbild in den Blick gerät, zeigt die Sternkarte doch noch die typischen Sommersternbilder mit dem auffälligen Sommerdreieck im oder nahe dem strukturierten Band der Milchstraße. Sollte es ohne störende Himmelsaufhellungen durch Lichtverschmutzung oder auch Mondlicht bis zum Horizont klar sein, schaut man in Richtung des Sternbildes Schütze zu deren Zentrum. Interessante Beobachtungsobjekte am Sommerhimmel in der Milchstraße sind in der Zusatzgrafik dargestellt. Dazu zählt der sogenannte Nordamerikanebel, ein etwa 2.000 Lichtjahre entfernter, leuchtender Gasnebel, der seine namensgebende Struktur durch vorgelagerte Staubwolken, die das Licht dahinter liegender Sterne absorbieren, erhält. In einem guten Feldstecher kann er nahe dem hellen Stern Deneb beobachtet werden.

Verdichten sich Bereiche solcher Wolken, kann es aus dem Material zur Entstehung von neuen Sternen kommen, die dann nach Millionen Jahren als offene Sternhaufen mit meist Dutzenden bis zu Tausenden unterschiedlich massereicher Sonnen sichtbar werden. Die Objekte 2 und 3 sind Überreste von als Supernovae explodierten massereichen Sternen. Die Objekte 4 und 5 dagegen sind Endzustände der Entwicklung sonnenähnlicher Sterne, die als Rote Riesen ihre äußeren Schichten abgestoßen haben, die für einige Zehntausende Jahre als Planetarische Nebel faszinierende Strukturen zeigen. Im Lagunennebel findet man alles Beschriebene in einem ausgedehnten Objekt zusammengefasst. Dicht über dem Südosthorizont lässt sich dann auch Fomalhaut, "das Maul des Wals" im Sternbild Südlicher Fisch als ein in unseren Breiten seltener sichtbaren hellen Stern erblicken.


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