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DIE STERNE IM MÄRZ 2020
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Die Sterne im März

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© by Winfried Kräling


Mond besucht helle Planeten, Planetenreigen am Morgenhimmel

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Der März gilt für die Statistiken der Meteorologen in voller Länge bereits als erster Frühlingsmonat, obwohl der astronomische Frühlingsbeginn erst am 20. März exakt um 4:50 Uhr eintritt. Zu diesem Zeitpunkt schiebt sich nämlich der scheinbare Mittelpunkt der Sonne auf ihrer Jahresbahn von Süd nach Nord über den Himmelsäquator. Dieser Schnittpunkt wird seit der Antike als Widderpunkt bezeichnet. Die Bezeichnung Frühlings-Tagundnachtgleiche beschreibt dabei theoretisch die Beobachtungsbedingungen am Sternhimmel. Eigentlich ist schon der 18. März der sogenannte "Equilux-Tag" mit jeweils genau 12 Stunden Sonne über bzw. unter dem Horizont, weil die Sonnenstrahlen auf dem Weg durch die Erdatmosphäre angehoben werden. Am frühen Morgen des 29. März erfolgt dann die Umstellung auf die Sommerzeit (MESZ), indem unsere Uhren um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt werden. Der Sonntag hat für uns daher nur 23 Stunden. Zu allen Zeitangaben in MEZ muss danach bis zum letzten Oktobersonntag am 25. Oktober eine Stunde hinzugezählt werden.

In diesem Monat lassen sich viele attraktive Begegnungen von auffälligen Himmelskörpern beobachten. So kann vor und nach dem Neumondtermin die Mondsichel, mit mehr oder weniger ausgeprägtem Erdlicht auf der nicht von der Sonne direkt beleuchteten Mondoberfläche, nahe heller Planeten und Sternhaufen aufgefunden werden. Wie die Zusatzgrafik sehr deutlich zeigt, ist der Winkel der Mondbahn nahe der Ekliptik mit dem Horizont sehr unterschiedlich: Flach am Morgenhimmel im Südosten, dagegen steil am Abendhimmel über dem Westhimmel. Das wirkt sich auf die Dauer und besonders die Qualität der Beobachtung der Himmelsobjekte aus, die von der Höhe über dem Horizont stark abhängig sind. Am Morgenhimmel des 18. März findet man um 5 Uhr die abnehmende Mondsichel südlich des roten Planeten Mars und des strahlenden Riesenplaneten Jupiter im Sternbild Schütze. Dieses ästhetisch ansprechende "Dreigestirn" wird durch den noch horizontnäher stehenden Ringplaneten Saturn ergänzt, an dem unser Erdtrabant am folgenden Morgen ebenfalls südlich vorbeizieht. Am 28. März ist die zunehmende Mondsichel weit südlich von der strahlenden Venus zu sehen. Am nächsten Abend findet man sie dann im sogenannten "Goldenen Tor der Ekliptik" zwischen den beiden Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden.

Mond- und Planetenkonjunktionen im März

In diesem Monat bleibt der sonnennahe Planet Merkur für das bloße Auge unsichtbar. Dagegen ist unser innerer Nachbarplanet Venus weiterhin strahlender Abendstern hoch über dem Westhorizont. In den Tagen um den 9. März zieht Venus am weit entfernten, mit bloßen Augen nicht sichtbaren Eisplaneten Uranus vorbei. Ende März erreicht Venus den größten Abstand von der Sonne und kann dann bei klarem Himmel schon am Taghimmel, spätestens aber kurz nach Sonnenuntergang für mehr als 4 Stunden bis zum Verschwinden unter dem Nordwesthorizont beobachtet werden. In Teleskopen erscheint die Venusscheibe für uns halb beleuchtet. Unser äußerer roter Nachbarplanet Mars am Morgenhimmel wird wohl langsam leuchtstärker, ist aber wegen seines großen Abstands zur Erde als Beobachtungsobjekt kaum interessant. Wegen der oben dargestellten Situation wächst die Sichtbarkeitsdauer weiterhin nur zögernd. Dafür sind seine Begegnungen mit den beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn am 20. bzw. am 31. März weitere attraktive Phänomene im morgendlichen Planetenreigen. Jupiter steht vor Anbruch der Morgendämmerung schon in guter Beobachtungslage. Interessante Details seiner Atmosphäre sowie die verschiedenen Stellungen seiner vier hellen Monde sind dann auch schon in Ferngläsern und kleineren Teleskopen gut zu sehen. Der Saturn als Schlusspunkt der Planetenaufreihung am Morgenhimmel erscheint immer früher über dem Südosthorizont. Ende des Monats kann der wunderbare Ringplanet mit seinem weit geöffneten Ringsystem und mehreren seiner Monde schon vor der Morgendämmerung mit Teleskopen beobachtet werden.

Die Wintersternbilder sind mit ihren auffälligen hellen Sternen mehr in die Westhälfte des Himmels gerückt, während die Frühlingssternbilder in der Osthälfte aufsteigen. Das auffällige Sternenband der Milchstraße zieht sich von Süden nach Norden und kann im März in den Abendstunden ohne Mondlicht gut beobachtet werden. Die zunehmende nächtliche Lichtfülle am Himmel erschwert allerdings solche Sternbeobachtungen.


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