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DIE STERNE IM DEZEMBER 2020
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Sternschnuppen des Monats: Die Gemiden vom 7.-17.12., Max.: 13./14. mit über 60 /Std., Ausstrahlregion: Sternbild Zwillinge
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Die Sterne im Dezember

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© by Winfried Kräling


Seltene "Große Konjunktion" und "Feuerwerk" an Sternschnuppen

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Meteorologisch beginnt das Winterquartal mit diesem letzten Monat im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Die Sonne durchläuft am 21. Dezember um 11:02 Uhr den südlichsten Punkt ihrer Jahresbahn im Sternbild Schütze und erreicht die Wintersonnenwende mit den kürzesten lichten Tagen. Dann hat auch astronomisch der Winter begonnen. Im Monatsverlauf verändert sich die Tageslänge kaum merkbar, allerdings ist noch eine leichte Verspätung des Sonnenaufgangs feststellbar. Zum Neumondtermin ist eine totale Sonnenfinsternis zu bestaunen, leider nur in Südamerika.

In der Morgendämmerung des 13. Dezember ist die extrem schmale abnehmende Mondsichel bei der auffälligen Venus über dem Südosthorizont zu beobachten. Am 16. und 17. Dezember ist dann die sehr schmale Sichel, jetzt aber zunehmend, in der Nähe des schon engstehenden Planetenduos mit Jupiter und Saturn am Abendhimmel über dem Südwesthorizont zu bestaunen. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember wandert der zunehmende Mond weit südlich am noch auffälligen roten Planeten Mars vorbei. Am Monatsende erhellt unser Erdtrabant als Vollmond die langen Winternächte mit rund 16 Stunden Dauer.

Im Dezember sind außer dem sonnennahen Merkur alle hellen Planeten für das bloße Auge sichtbar. Die noch auffällige Venus zieht sich allerdings zunehmend als Morgenstern zurück, da sie sich rasch der Sonne nähert. Der wegen seines wachsenden Abstands zur Erde stetig lichtschwächer erscheinende Mars taucht schon in der Abenddämmerung über dem Südosthorizont auf, wird aber aufgrund seines kleiner werdenden Planetenscheibchens für den Fernrohrbeobachter wenig attraktiv. Da am Tag der Wintersonnenwende Jupiter den Ringplaneten Saturn sehr eng südlich überholt, tauschen die beiden Riesenplaneten in diesem Monat ihre Reihenfolge. Solch eine Konstellation, die sich im Abstand von etwa 20 Jahren wiederholt, wird seit alters her als "Große Konjunktion" bezeichnet und wurde von Astrologen und Esoterikern mit vielen Bedeutungen aufgeladen, z.B. auch als möglicher "Stern von Bethlehem".

Da die beiden Planeten von der Sonne fast eingeholt werden, sollte ihre Beobachtung bald nach Sonnenuntergang aufgenommen werden, denn das Planetenduo verschwindet eine Stunde später unter dem Südwesthorizont. Das Inset auf der Sternenkarte zeigt, was man im Fernglas oder kleinem Teleskop bei guter Horizontsicht wahrnehmen kann. Neben den beiden Planetenscheiben sind die vier hellen Galileischen Monde des Jupiters und der Saturnmond Titan zu erkennen. Man beachte, dass während der größten Annäherung Saturn ungefähr gleich entfernt erscheint wie Callisto, der äußerste der Jupitermonde. Die nächste Gelegenheit für das Genießen eines ähnlichen Anblicks bietet sich erst wieder in zwanzig Jahren. Doch so extrem nah wie bei der aktuellen "Großen Konjunktion" kommen sich diese beiden Planeten erst wieder in 60 Jahren.

Meteorschauer der Geminiden und der Kleinplanet Phaeton

In der Neumondnacht vom 13. auf den 14. Dezember können bei hoffentlich klarem Himmel zahlreiche, auch hellere Sternschnuppen des stärksten Meteorstroms im Jahresverlauf beobachtet werden. Der scheinbare Ort ihres Erscheinens, Radiant genannt, liegt in der Nähe von Castor dem zweithellsten Sterns im Sternbild Zwillinge und werden daher Geminiden-Meteore genannt, wie der Zusatzgrafik entnommen werden kann. Die von der Oberfläche des Kleinplaneten (3200) Phaethon stammenden Überbleibsel dringen mit 35 km/s in die Erdatmosphäre ein, wenn die Erde während ihres jährlichen Umlaufs um die Sonne die extreme Bahn des kleinen Himmelskörpers kreuzt, und verursachen dabei die beeindruckenden Leuchterscheinungen. Denn der etwa fünf Kilometer große Apollo-Asteroid nähert sich auf seiner sehr elliptischen Bahn, die er in eineinhalb Jahren durcheilt, der Sonne bis auf 20 Millionen Kilometer, wobei seine Oberfläche auf 700°C aufgeheizt wird. Durch den dabei entstehenden Hitzestress lösen sich wie dargestellt Teilchen von seiner Oberfläche. Der sonnenferne Umkehrpunkt seiner Bahn liegt dagegen außerhalb der Marsbahn. Eine Kollision mit der Erde ist für überschaubare Zeiträume ausgeschlossen. Die Bezeichnung für den Himmelskörper ist der griechischen Mythologie entnommen, in der Phaethon der Sohn des Sonnengottes Helios war, der einmal wie sein Vater den Sonnenwagen lenken wollte, dabei aber umkam und die Erde in Brand setzte.

Am Sternhimmel treten nun auffällige Veränderungen vom Dunkelwerden bis zur Morgendämmerug ein. Die Sommersternbilder im Westen verschwinden unter dem Horizont, die Herbststernbilder nehmen deren Stellung im Westen ein und die Wintersternbilder dominieren den Ost- und Südhimmel. Am Morgenhimmel sind dann schon alle Frühlingssternbilder im Osten über dem Horizont zu sehen. Interessant ist, im Verlauf der langen Nächte die Veränderung die Lage des Großen Wagens zu verfolgen. Abends ist die Milchstraße ohne störendes Mondlicht gut sichtbar. Sie erstreckt sich vom Sternbild Adler über dem Westhorizont zur Kassiopeia ("Himmels-W") im Zenit bis zum Osthorizont in den Sternbildern Fuhrmann und Zwillinge. Als herausragendes Beobachtungsobjekt sei der Andromedanebel, die größere Nachbargalaxie unserer Milchstraße, hervorgehoben. Er kann bei klarem Himmel ohne störende Lichtverschmutzung schon mit bloßem Auge als verschwommener Lichtfleck erfasst werden, womit er das von uns entfernteste Himmelsobjekt ist, das ohne optische Geräte wahrgenommen werden kann.


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