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DIE STERNE IM AUGUST 2009
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Sternschnuppen des Monats: Die "Perseiden" Max vom 10.08.-14.08., Spitze: 12./13.08., Ausstrahlregion: Sternbild Perseus
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Die Sterne im August

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© by Winfried Kräling


Mehrfach-Sonnenfinsternisse auf Jupiter

von Winfried Kräling Volkssternwarte Marburg e.V.

Nach der Zeit der Sommersonnenwende bietet der August jetzt wieder ausreichend lange Nächte zur Beobachtung des Sternhimmels. In wechselhaften Sommern ist auch die zum Siebenschläfer beginnende "Regenzeit" meist vorüber und in klaren Nächten lassen sich wieder optimal Sterne, Planten, die Milchstraße sowie Sternschnuppen beobachten.

Venus strahlt im August am Morgenhimmel über dem nordöstlichen Horizont als Morgenstern. Nach dem Mond ist sie das hellste Objekt am Nachthimmel. Am 18. August erhält sie Besuch von der dünnen Mondsichel. Ebenfalls am Morgenhimmel kann Mars jetzt wieder leicht gesehen werden, doch steht er noch zu weit von der Erde entfernt, um in einem Teleskop nennenswerte Details zu erkennen. Bereits am 16. passiert die Sichel des abnehmenden Mondes den roten Planeten.

Der Planet Jupiter befindet sich in optimaler Beobachtungsposition, am 14. August steht er in Opposition zur Sonne, das heißt ihr genau gegenüber. Jupiter geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter und kann somit die ganze Nacht gesehen werden, zudem ist seine Distanz zur Erde am geringsten. In einem Teleskop sind Wolkenbänder sowie Flecken wie etwa der "Große Rote Fleck" - ein gigantischer Wirbelsturm der die Dimensionen der Erde übertrifft - zu erkennen. Aber auch die vier hellsten Monde Jupiters sind beliebte Beobachtungsobjekte.

Allgemein bekannt ist, dass Galileo Galilei vor 400 Jahren (7. Januar 1610) die vier hellsten Jupitermonde entdeckt hat, die auch heute noch als Galileischen Monde bezeichnet werden. Die Veröffentlichung dieser Entdeckung erfolgte im "Sidereus Nuncius" (deutsch: Sternenbote) im März 1610.

Doch hatte Galilei einen erst zu nehmenden Konkurrenten, den Mathematiker, Arzt und Astronomen Simon Marius. Ebenso wie Galilei setzte Marius das neu erfundene Teleskop zur Himmelsbeobachtung ein und entdeckte unabhängig von Galilei ebenfalls die vier Jupitermonde. Er nimmt sogar die Entdeckung - die er aber erst Jahre später veröffentlichte - für sich in Anspruch, was zu einem heftigen Streit zwischen beiden Gelehrten führte. Marius beobachtete die Jupitermonde nach eigen Angaben bereits am 29. Dezember des Jahres 1609.

Der sog. Prioritätsstreit um die Erstentdeckung der Monde löst sich auf, wenn man in Rechnung stellt, dass Marius den Zeitpunkt nach dem alten, julianischen Kalender angegeben hat. Dies entspricht aber dem gregorianischen Datum 8. Januar 1610. Somit liegt die Beobachtung des Simon Marius einen Tag nach der des Galilei (7. Januar 1610) der den neuen gregorianischen Kalender benutzte. Simon Marius entdeckte weiterhin die Sonnenflecken und beobachtete als Erster die Andromedagalaxie mit Hilfe des Teleskops.

Die Galileischen Monde können heute mit jedem Fernglas gesehen werden, wie sie den Planeten Jupiter umkreisen. Wenn einer der großen Jupitermonde zwischen Jupiter und der Sonne steht, kommt es auf Jupiter zu einer Sonnenfinsternis, die sich dem irdischen Beobachter in einem Teleskop als schwarzer Punkt auf der Jupiteroberfläche verrät. Recht selten kommt es vor, dass man gleichzeitig zwei Finsternisse auf dem Riesenplaneten erblicken kann, doch im August 2009 ist dies gleich dreimal der Fall.

Einsatz-August

In den Nächten des 12., 20. und 27. August lassen sich die beiden Monde Ganymed und Europa sowie ihre Schatten mit einem mittleren Amateurteleskop vor Jupiter erkennen und man kann verfolgen, wie die Jupitertrabanten vor ihrem Heimatplaneten vorbeiziehen. In der Nacht des 13. August steht zwar nur Io vor Jupiter, doch bedeckt dieser infolge der nahen Oppositionsstellung sogar seinen eigenen Schatten.

Auf der Sternkarte sieht man die hellsten Partien der Milchstraße, die im August besonders eindrucksvoll sind: vorausgesetzt der Himmel ist mondlos und man befindet sich abseits von störenden künstlichen Lichtquellen. Bereits in einem Fernglas, teilweise sogar mit dem bloßen Auge kann man in diesem schimmernden Band Sternhaufen, Gasnebel und Sternenwolken entdecken. Die hellsten Sterne Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler formen das so genannte Sommerdreieck.

Der August ist der Monat der Sternschnuppen, da die Erde dann die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Feinste Staubpartikel des Kometen verglühen dann in den höheren Schichten der Erdatmosphäre. Bereits ab Monatsanfang huschen vermehrt Meteore über den Himmel. Das Maximum der Perseiden - wie dieser Sternschnuppenschwarm genannt wird, da alle seine Schnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen - fällt in die Nacht vom 12. zum 13. August. Da in diesem Jahr der Mond die Beobachtung stört, können nur hellere Meteore gesehen werden.


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