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Sa, 17.09.05, 17:00: Magnetsturm schwächt sich weiter ab - nur noch geringe Polarlichtchancen
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Moderate Sonnenaktivität ohne nennenswerte Polarlichtchancen

Polarlicht über Alaska am 16.01.2005


Polarlicht über Alaska am 16.01.2005 - © 2005 by NICT, Japan : http://slamon.nict.go.jp

Diese brillante Polarlichtshow über Alaska wurde am 16. Januar 2005 von der automatischen Aurora-Webcam der University of Alaska, Fairbanks, etwa 50 Kilometer nördlich von Fairbanks aufgenommen. Durch Klick ins Bild gelangen Sie zum aktuellen Polarlichtbild der Webcam. - Auf der Bilderseite des Projekts finden Sie darüberhinaus ein äußerst sehenswertes Archiv von Polarlichtaufnahmen, darunter auch hoch aufgelöste Videos der eindrucksvollsten Polarlichtnächte der vergangenen 2 Jahre!


Polarlichtbilder nicht nur aus Mitteleuropas finden Sie in der Polarlichtgalerie von www.polarlichter.com


WELTRAUMWETTERBERICHT

In der Nacht zum Sonntag kaum noch Polarlichter möglich!

Solarer Röntgenstatus: Röntgenaktivität
Geomagnetisches Feld: Geomagnetischer Status


Stand 17.09.,17:00 Uhr MESZ: Die Aktivität der Sonne hat deutlich nachgelassen. Obwohl sich die für die großen Plasmaausbrüche der letzten Zeit ursächliche Fleckengruppe "10808" gegenwärtig immer noch in einer recht günstigen Position nahe der Sonnenmitte befindet, bringt sie seit Tagen nur noch moderate Ausbrüche hervor. Die damit verbundenen CME (=Coronal Mass Ejection) waren allesamt zu schwach, um das planetare Polarlichtgeschehen noch deutlich nach Süden zu verschieben, - die geomagnetischen Stürme sind abgeflaut udn selbst wenn sich in den kommenden Nächten noch Substürme einstellen sollten, so bleiben die Polarlichtchancen über Mitteleuropa voraussichtlich eher gering, gleichwohl nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass die Polarlichtaktivität vorübergehend auch nochmals auflebt.


Monitor der Röntgen-Ausbrüche auf der Sonne


aktueller Monitor der solaren Röntgen-Ausbrüche - © 2005 by n3kl.org

Dieser NOAA-Röntgen-Monitor zeigt den Verlauf der solaren Röntgenaktivität der vergangenen Tage. Nach den großen X-Class-Flares vom Wochenanfang sind nur noch moderate Röntgenausbrüche bis ins so genannte "M-Class-Niveau" zu erkennen. - Achtung: Diese Grafik wird ständig aktualisiert, so dass die Darstellung langsam nach links wandern und nach wenigen Tagen aus dem Sichtfeld verschwinden wird. Aber auch nach Verschwinden der Darstellung dieses Ausbruchs kann man anhand des Kurvenverlaufs dieser Grafik etwaige, weitere Strahlungsausbrüche, so genannte "Flares" erkennen, die sich als markante Ausschläge der Messdaten abbilden.

Die Skala ist übrigens logarithmisch aufgebaut und gibt die Stärke der Röntgenstrahlung in Watt pro Quadratmeter an. Rechts ist die Klassifizierung durch die aufsteigende, jeweils noch in die Ziffern 1 bis 10 unterteilte Buchstabenfolge A, B, C, M und X bezeichnet. Dabei entspricht jeder Klassenwechsel dem 10-fachen Energiebetrag des vorangegangenen, ein X1-Class-Flare ist also 10 mal so stark, wie ein M1-Class-Flare. Übersteigt ein Ausbruch den X10-Betrag, so spricht man von einem Megaflare ohne dass der zugehörigen Mega-Class ein neuer Buchstaben zugeordnet wird.

Bei entsprechenden Parametern des Sonnenwindes (Substürme) können Polarlichter bis in mittlere geografische Breiten auftreten. In Zusammenhang mit den hier sichtbaren Röntgen-Flares zeichnen sich immerhin noch geringe Chancen für weitere Polarlichter ab!

Die Aussichten: Die Schockfront eines M-Class-Flares von Samstagfrüh dürfte die Erde im Lauf des Sonntags, vielleicht auch erst in der Nacht zum Montag erreichen. Sie könnte nochmals einen geomagnetischen Sturm auslösen, jedoch erscheint es eher unwahrscheinlich, dass dessen Intensität für Polarlichter bis in mittlere Breiten ausreichen könnte. - Da ansonsten mit einer weiteren Abnahme der solaren Aktivität zu rechnen ist und die aktive Sonnenfleckengruppe "10808" langsam zum Sonnenrand weiter zieht, dürften die etwaigen CMEs weiterer Ausbrüche zunehmend an der Erde vorbeilaufen. Damit nehmen die Chancen für in Mitteleuropa sichtbare Polarlichter in der kommenden Woche weiter ab und dürften spätestens ab Wochenmitte wieder gänzlich erlöschen.

Hinweis: Dieser Weltraumwetterbericht von Jürgen Vollmer wurde am 17.09.2005, um 17:00 h MEZ verfasst. - Die Aussagen beruhen auf fundierten Amateur-Interpretationen der Lage. Eine Gewähr oder gar Haftung für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit der Informationen wird jedoch nicht übernommen. Der Planung technischer Maßnahmen sollte in jedem Fall der Datenpool offizieller Einrichtungen zur Überwachung der Sonnenaktivität zugrunde gelegt werden.

Updates des Weltraumwetters: bei neuen polarlichtrelevanten Erkenntnissen


Hier noch ein Tipp zur Selbstabschätzung der Polarlichtchancen:

Die genaue Entwicklung eines geomagnetischen Sturms und damit die Chancen der Sichtbarkeit von Polarlichtern läßt sich nur kurzfristig bestimmen, weil sich die konkreten Bedingungen auch während eines solchen Sturms meist von Minute zu Minute verändern. Aus diesem Grund sind Polarlichter auch immer in Bewegung und erscheinen wie kosmische Gewebe aus waberndem Licht.

Eine wichtige Hilfestellung dafür, ob gerade in demselben Moment, in dem Sie sie diese Zeilen lesen, günstige Voraussetzungen für Polarlicht bestehen, bietet die nachfolgende Grafik zum Verhalten des Sonnenwinds und des aktuellen Erdmagnetfelds:


Sonnenwind und Magnetfeld

Das Diagramm zeigt die wichtigsten Größen zur Beurteilung der aktuellen Polarlichtchancen auf einen Blick: - 1. Die Geschwindigkeit des Sonnenwinds (horizontale Achse), - 2. Die Ausrichtung des IMF (vertikale Achse) und - 3. Die Teilchendichte des Sonnenwinds (Farbskala), die auch in der Pfeilspitze angezeigt wird. - Je weiter diese nach rechts unten ins rote Feld weist, desto größer ist die Chance für Polarlicht. Das Diagramm wird alle 10 Minuten aktualisiert!

Für weitere aktuelle Informationen empfehlen wir die Polarlichtseite von naturgewalten.de und das Polarlichtforum des Arbeitskreises Meteore (AKM). Dort wird sofort gemeldet, wenn irgendwo jemand eine Beobachtung macht.



UND HIER DAS IRDISCHE WETTER


WETTERLAGE für die Nacht zum Sonntag:

Anfangs sorgt ein Tiefausläufer vor allem im südöstlichen Deutschland noch für Regen. In den anderen Gebieten klart der Himmel auf.


Das Nachtwetter für Deutschland im Bild:


Nordwesten


Nordosten

Wettersymbol

Wettersymbol

anfangs leicht bewölkt
später wieder wolkiger
Min 8 bis 5°

nur leicht bewölkt
oder sternklar
Min 7 bis 3°


Westen


Mitte


Osten

Wettersymbol

Wettersymbol

Wettersymbol

nur leicht bewölkt
oder sternklar
Min 7 bis 3°

nur leicht bewölkt
oder sternklar
Min 5 bis 1°

nur leicht bewölkt
oder sternklar
Min 5 bis 1°


Südwesten


Südosten

Wettersymbol

Wettersymbol

nur leicht bewölkt
oder sternklar
Min 7 bis 4°

Alpenrand noch wolkig
sonst zunehmend klar
Min 8 bis 2°

Nacht zum Sonntag: Im Südosten noch etwas Regen, sonst zunehmend sternklar

In Alpennähe halten sich zunächst noch dichte Wolken und hier kann es anfangs auch noch etwas regnen. Im Lauf der Nacht klingt der Regen ab und die Wolken lockern sich allmählich auf. In den anderen Gebieten ist es nur noch leicht bewölkt oder sternklarer, doch muss vor allem in Tallagen gebietsweise mit Bildung von Nebelfeldern gerechnet werden. Außerdem besteht vor allem in windgeschützten Mittelgebirgslagen Bodenfrostgefahr!

weiterer Trend:

Im größten Teil Deutschlands herrscht in der kommenden Woche zunächst ruhiges und häufig sternklares Herbstwetter mit zunehmender Neigung zu morgendlichen Nebelfeldern. Nur der Norden wird zeitweise von Tiefausläufern gestreift: Hier ziehen gelegentlich Wolkenfelder durch und in Küstennähe kann es hin und wieder auch etwas regnen.


Schweiz und Österreich

Südlich des Alpenhauptkamms bleibt es trüb und regnerisch, vor allem im südlichen Österreich teils auch noch mit Gewittern und Wolkenauflockerungen sind kaum zu erwarten. Im Norden reißt die Wolkendecke dagegen auf und besonders in der Nordschweiz sind auch schon wieder Aufklarungen drin.

Der weitere Trend: Zu Wochenbeginn klart der Himmel mehr und mehr auf und nach und nach stellt sich ruhiges Herbstwetter mit morgendlicher Nebelbildung ein.


Dieser Bericht wurde am Samstag, den 17.09.05 um 17 Uhr ausgegeben
nächste Aktualisierung: im Falle neuer Erkenntnisse jederzeit


Tipps:

Wer klaren Himmel hat, sollte die Informationen zum Sonnenwind und damit zur potenziellen Polarlichtaktivität verfolgen. Um hierbei immer Up-To-Date zu bleiben, empfiehlt sich der gelegentliche Besuch des Polarlichtforums des AKM. Werden dort nach Materieauswürfen auf der Sonne Polarlichtbeobachtungen gemeldet, sollte man sich ein dunkles Plätzchen ohne störendes Licht suchen und den Nordhimmel im Auge behalten: Zumindest zeitweise könnte dann Polarlicht aufglimmen. Zu sehen ist mit etwas Glück eine deutliche Aufhellung des Nordhimmels, wobei meist ein rötlicher Schimmer, womöglich mit Strahlen und Beamern erkannt werden kann, der sich in Form und Intensität langsam verändert. - Für weitergehende Informationen zum Thema Polarlicht beachten sie bitte auch unsere Direktlinks zu Polarlichtseiten in der Navigationsleiste links unter "Weltraumwetter" ...


Bisherige Weltraumwetterberichte zu diesem Ereignis:

17.09.05: Polarlichtwetter 17.09.05, 17 h - Moderate Sonnenaktivität, aber kaum PL-Chancen
16.09.05: Polarlichtwetter 16.09.05, 17 h - Magnetsturm schwächelt - aber immer noch PL-Chancen
15.09.05: Polarlichtwetter 15.09.05, 16 h - Polarlichtchancen meist nur über Regenwolken
14.09.05: Polarlichtwetter 14.09.05, 02 h - X-Class-Flare schießt gewaltige Plasmawolke ins All
10.09.05: Polarlichtwetter 10.09.05, 10 h - Serie von X-Class-Flares dauert an
08.09.05: Polarlichtwetter 08.09.05, 10 h - X17.1-Megaflare schießt an der Erde vorbei!

***

mit freundlicher Unterstützung der meteomedia ag, Gais - CH


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