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Der Sternenhimmel im Januar 2022

Die Sterne im Januar 2022

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© by Winfried Kräling


Der Stier - ein attraktives Sternbild

Reiner Boulnois

Volkssternwarte Marburg e.V.

Das neue Jahr 2022 ist ein Gemeinjahr mit 365 Tagen. Als vorhersagbare astronomische Höhepunkte in diesem Jahr sind am Mittag des 25. Oktober wieder eine partielle Sonnenfinsternis und zusätzlich am frühen Morgen des 16. Mai der Beginn einer Mondfinsternis von Deutschland aus zu beobachten. Im Laufe des Januar wechselt die Sonne aus dem Sternbild Schütze in den Steinbock und gewinnt dabei langsam nördlichere Positionen, wodurch die Tageslänge um etwa eine Stunde zunimmt. Unser Heimatplanet befindet sich in den ersten Januartagen im sonnennächsten Bereich, dem so genannten Perihel, seiner leicht elliptischen Jahresbahn. Der Abstand beider Himmelskörper ist jetzt etwa 5 Millionen Kilometer geringer als Anfang Juli. Für die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen ist allerdings nicht die Verringerung des Abstands, sondern die Neigung der Erdachse gegen die Bahnebene der Erde verantwortlich, die im Nordwinter bei uns nur einen flachen Einstrahlwinkel der wärmenden Sonneneinstrahlung zulässt.

Nach Neumond ist die extrem schmale zunehmende Mondsichel in der noch hellen Abenddämmerung des 4. Januar neben den dicht am Horizont sichtbaren Planeten Merkur und südlich von Saturn zu bestaunen, vielleicht lässt sich sogar noch kurz nach Sonnenuntergang Venus erspähen. An den beiden folgenden Abenden geht der weiter zunehmende Mond am auffälligen Planeten Jupiter ebenfalls weit südlich vorbei. Am 29. Januar um 7 Uhr steht die letztmals am Morgenhimmel sichtbare, schmale abnehmende Mondsichel nahe beim immer noch unauffälligen roten Planeten Mars und der strahlenden Venus. Die Beobachtung des Meteorstroms der Quadrantiden am östlichen Morgenhimmel des 4.Januar wird durch Mondlicht nicht beeinträchtigt.

In diesem Monat sind alle hellen Planeten zumindest zeitweise zu beobachten. Gleich zu Jahresbeginn ist bei klarer Horizontsicht in Richtung Südwesten die Planetenreihung Venus, Merkur Saturn und Jupiter bis zur Monatsmitte zu bewundern. Der sonnennächste Planet Merkur erscheint im ersten Januardrittel dicht über dem Südwesthorizont in der hellen Dämmerung und bietet in diesem Jahr dann die zweitbeste Sichtbarkeitsphase am Abendhimmel. Dagegen ist unser innerer Nachbarplanet Venus in diesem Monat nur noch bis zum 5. Januar als Abendstern in der hellen Dämmerung zu sehen. Er ist nach einem "Seitenwechsel", wobei die Sonne 5 Grad nördlicher passiert wird, ab Monatsmitte am Morgenhimmel als "Morgenstern", schnell besser sichtbar. Schon im Fernglas kann die Sichelgestalt erkannt werden. Der Planet Mars bleibt weiterhin unauffällig am Morgenhimmel, denn durch seine große Entfernung von der Erde ist die Größe der Planetenscheibe so gering, dass mit Amateurteleskopen keine Details der Marsoberfläche erkennbar sind. Jupiter ist noch den ganzen Monat nach der Abenddämmerung über dem Südwesthorizont zu beobachten, während der Ringplanet Saturn für das bloße Auge nur noch in den ersten beiden Januarwochen sichtbar bleibt.

Das Sternbild Stier

Die Wintersternbilder rücken mit ihren vielen auffällig hellen Sternen, deren Farben mit dem bloßen Auge unterschieden werden können, zunehmend in beste Beobachtungspositionen. Das Sternbild Stier, dargestellt in der Zusatzgrafik, ist mit einer Fülle heller Sterne und dem auffälligen Siebengestirn ein Blickfang. Seit der Antike bekannt, umfasst es mit seiner V-förmigen Anordnung der hellsten Sterne den aus dem Mittelmeer ragenden Kopf des Stiers, in den sich nach einem Mythos Zeus verwandelt hatte, um die schöne Europa aus Phönizien nach Kreta zu entführen. Aufschlussreich ist ein Vergleich der Farben der beiden leuchtkräftigsten Sterne. Aldebaran, arabisch "der Nachfolgende" bezogen auf den Sternhaufen der Plejaden mit blauen heißen Sternen in mehr als 400 Lichtjahren Entfernung, erscheint orangefarben und ist ein kühler sonnenähnlicher Stern in seiner letzten Entwicklungsphase als Roter Riesenstern, bevor er als Weißer Zwerg enden wird. Dagegen ist Alnath, das nördliche Stierhornende, ein heißer blauer Stern, der nur wegen der doppelt so großen Entfernung von uns lichtschwächer leuchtet. Aldebaran in 66 Lichtjahren Entfernung steht weit vor den vielen Sternen des Hyadenhaufens, der etwa 150 Lichtjahre entfernt ist und die Basis des Stier-Vs ausformt.

Wer einen Blick auf M1 wirft, blickt auf eine chaotisch sich ausdehnende Explosionswolke einer Supernova, die 1054 für chinesische Beobachter plötzlich aufleuchtete. In ihrem Zentrum lässt sich ein rasch rotierender Neutronenstern, als Rest eines ursprünglich massereichen Sterns, nachweisen. Schon mit bloßem Auge lassen sich die in der Sternkarte markierten Objekte Andromedagalaxie, Orionnebel und die Sternhaufen Plejaden und h und chi im Sternbild Perseus erfassen.


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